Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689185
Dritte Periode der indischen Kunst. 
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der hierin das Verhältniss des gegenseitig sich Bedingenden, das von 
Entwickelung und Folge verwalten liesse; diese pflegen im Gegentheil 
überhäuft und wirr zu sein. 
Die Sculpturen der Grotten von Ellora, 1 und unter diesen die am 
dortigen Kailasa befindlichen, enthalten  soweit bis jetzt unsre Kennt- 
niss der bildenden Kunst der Inder in jener Glanzepoche des Brahmais- 
mus reicht  die vorzügliehst anschaulichen und werthvollen Beispiele 
der eigentliümlichen Richtung, zu welcher sie sich entfaltete, der Vollen- 
dung, welche sie darin zu erreichen vermochte. In der That finden sich 
hier mannigfache Werke, welche bei dem Innehalten jener weicheren und 
zarteren Behandlungsweise, namentlich in weiblichen Gestalten, durch 
den freien, selbst edlen Natursinn unsre Bewunderung hervorrufen, welche 
durch den Anstand, mit dem der Künstler die monstrosen Bildungen zu 
Scnlptur zu E1 
fassen vermocht hat, in einzelnen durch die Energie der Bewegung, in 
andern durch die keck phantastische Laune auf ein lebendiges Interesse 
Anspruch haben.  Auch die Sculpturen des Haupttempels von Ele- 
phanta 2 enthalten charakteristische Darstellungen. Bemerkenswerth ist 
hier u. A. ein eigenthümlich seltsames Werk, eine dreiköpüge K0l0ssal- 
büste, welche die indische Dreieinigkeit (Brahma, Vischnu und Siva, die 
drei obersten Götter, die als Ausströmungen Eines höchsten Urgeistes 
unter dem Namen des Trimurtis zusammengefasst werden) darstellt. Der 
reiche Kopfschmuck dieser Büste bewegt sich, charakteristisch für das 
Formengefühl der Zeit, in schon sehr weichen, fast regellos gebildeten 
Zierraten, denen des europäischen Becocostyles völlig vergleichbar.  An 
den Monumenten von Mahavellipore (Mahamalaipurf und an Fels- 
wänden neben denselben beiindet sich eine erhebliche Anzahl von 
sculptirten Darstellungen, zum Theil von höchst ausgedehntem, iiguren- 
1 Vergl. Melville Grindlay, in den Transactions of the roy. asiat. society, II, 
P. I, p. 326; P. II, p. 487.  Denkm. d.  Taf. 11, Fig. 6 u. 8.  2 Vergl. 
Erskine, in den Transactions of the lit. soeiety of Bombay, I.  Dßllklll- d- K, 
Taf. 11, Fig. 2.  3 Vergl. Babington, in den Transactions of the roy. as. s0c., 
II, P. 1, p. 258.  Deukm. d. K, Taf. 11, Fig.  4. 7. 9. 11.
        

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