Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1689097
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ihre Ausläufer. 
und 
Die Kunst der Hindus 
ausgezeichnete Wandmalereien, deren Ornamentik, namentlich zu Bang, 
im Einzelnen nicht minder aus der Antike hervorgegangen erscheint. 
Eigenthümliche Monumente, von den bisher beobachteten Anlagen 
abweichend, finden sich in Kas chmir. Sie gehörenlbdirbärateren gilt 
dieser Periode an, indem sie bis in das neunte und se s IS 1118 Ze n e 
Jahrhundert hinabreichen; wie früh sie beginnen, dürfte schwermach- 
zuweisen sein. Sie sind wesentlich, vielleicht bis auf ganz vereinzelte 
Ausnahmen, brahmanische Heiligthümer, freistehende Tempel von klelnen 
oder von grösseren Dimensionen, mit der gegliederten Architektur des 
den Tempelhof umgebenden Mauereinschlusses. An ihnen entfalten sich 
die Grundzüge eines dekorativ ausgestatteten Freibaues, und sehr _be- 
merkenswerther Weise sind es auch hier aufs Neue die Bedingmsse. elnßf 
Holzoonstruction oder einler änlt gen 
 Mitteln der letzteren s 1e en en e- 
fgäk koration, was zunächst) die Formen 
 bestimmt. Das Monument pilegt, We- 
nigstens in seinem Haupttheil, einen 
    quadratischen Unterbau zu haben und 
EF-    sich leicht emporzubauen. Die hoch- 
 aufsteigende Bedachung (zuweilen mit 
 Nachahmung einer Bretterverbmdung) 
 ist übereinander gegipfelt, hausl zwei 
55   vorragenden Dächern beste en , mi 
i   Ä einer Art von Erkerfenstern versehen; 
    das Ganze jedenfalls einer Compo- 
   i sition leichten Materiales nachgebildet. 
 Die Wände haben ein leichtes Ni- 
kihiiiiliiiiiywl schenwerk mit spielend gebrochenen 
_ {Kgiqiililiiit     i  Bögen und hohen Giebeln darüber, 
  wobei eine leistenartige Behandlung 
mm:   M, und Verbindung nicht minder_- wie 
 an den frühsten B0 enformen der 
 yempel von Payach in Kaschmir. UdayagirkGrotten  äuf die Motive 
der Holztechnik zurückdeutet. Derartiges Nisehenwerk pflegt zugleich 
an den Wänden der Tempelhöfe hinzulaufen, doch in Verbindung gesetzt 
mit vertretenden starken Säulen und Gebälken, die, in wesentlich andrer 
Behandlung, die I-Ierübernahme barbarisirt antiker Formen anzeigen. Es 
sind in den Säulen charakteristisch dorische Formen, im Einzelnen den 
Motiven spätrömischer Dekorationsweise entsprechend, während die Ghe- 
derungen auf wunderliche Weise Späthellenistisches in einer Umwandhmg, 
welche fast an byzantinische Gefühlsweise anklingt, zur Schau tragen. 
Dieselbe Formation des Details mischt sich dann auch den Gliederungen 
der eigentlichen Tempelheiligthümer ein, und namentlich an ihren Easa- 
menten erscheinen Profile, welche im Einzelnen auffällig an späthellemsche 
Motive erinnern.  Die Denkmäler selbst geben diese Elemente, Je nach 
ihrem Alter, in strenger und schwerer, in klarerer, zum Theil auch schon
        

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