Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1686398
Vorstufen künstlerischer 
Gestaltung. 
Was sich an alten Denkmälern im nördlichen Amerika (im Gebiet 
der vereinigten Staaten) findet, 1 ist durchaus noch jener ersten, urthüm- 
liehen Stufe der künstlerischen Entwickelung zuzuzählen. Ausser bedeu- 
tenden Ausführungen, welche den Bedürfnisszwecken ihre Entstehung 
verdankten  grossen Umwallungen von eigenthümlieher Anlage,  
kommt hier besonders die schon besprochene Form jener aufgeworfenen 
Hügel in Betracht. Als Zeugniss cigenthümlieher Behandlung ist zu be- 
merken, dass einige dieser Hügel (bei St. Louis im lllissouri-Staate und 
bei Point Creek) in grossen Absätzen emporsteigen,  eine Weise der 
Anlage, welche als rohes Vorbild der im Folgenden zu besprechenden 
Terrassenbauten gelten darf. 
wichtigere Zeugnisse für den beginnenden Fortschritt, vereinzelt zwar 
und izum Theil durch weite Entfernungen von einander getrennt, doch 
gleichartig in der künstlerischen Absicht, fanden sich auf den Inseln der 
Südsee, 2 als diese in neuerer Zeit von den Europäern besucht wurden. 
Neben Denkmälern wiederum noch urthüm- 
 lichster Art, z. B. grossen Steinhaufen von 
 i,  pyramidalischer Form auf der Oster-Insel, 
wlililigtq zeigten sich hier Anlagen, deren strenger ge- 
 setzliche Form durch die Zusammenfügung 
 regelmässig behauener Steine (grosser Korallen- 
  blöcke) erreicht war. Die heiligen Stätten,  
Wi.   die Moraiis (Marae's,)  waren durch Mauern 
 solcher Steine eingefasst, und an der hintern 
'  Seite erhob sich nicht selten eine höhere, py- 
' 4171„_., ramldal aufsteigende Mauermasse. Besonders 
  ausgezeichnet war dieser pyramidale Bau auf 
' i!  einem, an der Südküste von Otaheiti be- 
i? VW legenen Morai. Derselbe hatte eine länglich 
 1  1  viereckige Gestalt, an "der Basis eine Ausdeh- 
    nung. von 270 Fuss Lange und .94 F."Bre1te; 
  x rvuilllilfrliäyliä er stieg 1Il 10 Absatzen bis zu einer Hohe von 
si-Ij w "lfgfillllllgg,lgiiiii;;ziigä' etwa 56 F. empor; sein Flrst war 180 F. lang 
 und 6 F. breit. Das Material der Bekleidung 
llllb: i waren Reihen regelmässig viereckiger Korallen- 
"  steine und kleiner rundlicher Kiesel, ohne Mör- 
Bildpfeiler mlf der Oster-Insel. tel oder ein sonstiges Bindungsmittelß  Andre 
Anlagen verwandter Art fanden sich auf der 
Insel Tongatabil, unter dem Namen der Feiatukafs. Einer von diesen, 
156 Fuss lang und 140 Fuss breit, erhob sich am Rande in vier mächtigen 
Stufen, welche letzteren austKorallenblöeken, zum Theil von höchst kolos- 
salen Dimensionen, gebildet waren. 4   
1 J. D. von Braunschweig, über die Alt-Anlerikanischen Denkmäler, S. 71 ff.  
2 Ebendaselbst, S. 96 ff.  3 J. Wilson's Missions-Reiaeßin das südliche stille 
Meer. (Magazin von merkwürdigen neuen Reisebesehreibungen, XXI, S. 324.)  
4 Ebenda, S. 395. Vergl. Dumont d'Urville, voyage de 1a Corvette PAStrIJlabe, 
18-26-29, P1. 95, 101. .
        

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