Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688931
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Die Reiche der Sassaniden und der 
Indo-Skythen. 
sind an ihnen, theils im Inneren als Wandstützen der Gewölbeconstructio- 
nen, theils zur Ausstattung des Aeusseren angewandt, doch gänzlich 
schmucklos, ohne Basis und Kapital. Thüren und Nischen in dem Palast 
von Firuz -Abad erinnern wiederum an die alte perscpolitanische Form. 
Dort sind auch noch andre bauliche Reste der Sassanidenzeit, aber nichts 
mehr von ihren Einzelformen, vorhanden. 
Andre Palastbauten, welche sich in den Westlanden des Reiches, am 
Tigris, vorfinden, gelten als sassanidische Werke ungefähr derselben Epoche 
(des vierten bis sechsten Jahrhunderts). Ein solcher ist zu M adain, dem 
alten Ktesiphon, ein zweiter in Armenien, zu Diarbekir, vorhanden. In 
der Architektur beider sind spitzbogige Wölbungen angebracht, der Palast 
von Diarbekir zugleich durch die geschmückte römisch-byzantinische Säulen- 
architektur seiner Seitenfacaden ausgezeichnet. Wenn die historische An- 
nahme sicher und die Verwendung des Spitzbogens (was durch nähere 
Untersuchungen und Angaben noch festzustellen sein, wird) in diesen Pa- 
lästen ursprünglich ist, so würden dies die frühsten Beispiele für eine sy- 
stematische Verwendung des Spitzbogens, der nachmals für die orienta- 
lische wie für die occidentalische Architektur eine so grosse und charak- 
teristische Bedeutung gewinnt, sein.  Ein dritter sassanidischer Palastrest 
Trümmer 
des Palastes von Firuz-Abs 
jener Gegend, der sehr ansehnlich, aber ebenfalls noch einer näheren 
künstlerischen Untersuchung bedürftig erscheint, ist der von Al Hathr, 
unfern von Mosul. 
Der Zeit um den Beginn des siebenten Jahrhunderts, der Epoche des 
Königes Khosru-Parviz, gehören einige wenige, aber durch reiche und feine 
Behandlung ausgezeichnete Baustücke in den mittleren persischen Landen 
an. Zunächst einige Reste in der Gegend von Kermanschah: die ar- 
chitektonisch dekorativen Stücke der, im Uebrigen durch Bildschmuck aus- 
gezeichneten Felsgrotten von Tak-i-Bostan und die Trümmer, nament- 
lich Säulenkapitäle eines zerstörten Gebäudes, bei Bisutun, welches den 
Namen Takht-i-Schirin führt; sodann einige Säulenkapitäle zu Ispahan, 
Alle diese Gegenstände bekunden ein bestimmtes Anschliessen an den Styl 
der byzantinischen Architektur derselben Epoche, während doch, z. B. in
        

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