Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688873
256 
VIII. 
altchristliche Kunst. 
Die 
Darstellungsweise vorauszusetzen. Dies bezeugen die jüngeren Mosaik- 
bilder der Sophienkirche zu Constantinopel, namentlich die an 
dem westlichen Tragbogen der Hauptkuppel, welche einer unter Kaiser 
Basilius Macedo (zweite Hälfte des neunten Jahrhunderts) erfolgten Her- 
stellung angehören. Sie nehmen die älteren Motive auf und bringen es 
in dem, im Hauptpunkte des Bogens befindlichen Kopfe der Madonna wie-- 
derum noch zu einer glücklichen Idealbildung. (Die mangelhaften M0- 
saiken des östlichen Tragbogens sind erst im vierzehnten Jahrhundert 
ausgeführt.)  Eine volle Anschauung spätbyzantinischen illosaikenstyles 
gewähren die älteren Arbeiten der Art in S. Marco zu Venedig, etwa 
seit dem Anfange des elften Jahrhunderts. Sie zeigen, bei sorgfältiger 
Technik, eine schon gänzlich leblos gewordene Kunst. In einem späteren 
Abschnitte wird ihrer noch einmal zu gedenken sein. 
Madonnenkopf. 
Mosäik in 
Sophienkirc" 
zu Constnutinopel. 
Die alte Prachtliebe der Byzantiner und ihre Abkehr von der plasti- 
schen Kunst, welche gleichwohl eine Art von Ersatz forderte, führte zur 
Ausbildung eigenthümlicher Techniken in der Metallarbeit und der 
Herstellung bildlicher (eingeschmolzener) Darstellungen auf der Metall- 
Bäche. Theils sind es eine Art von Niellen, gravirte Zeichnungen zu- 
meist auf Silber, deren vertiefte Umrisse mit schwarzem oder farbigem 
Email ausgefüllt sind; theils bunte Emailmalereien zumeist auf Gold, 
der Art, dass Goldfäden die Farben (um das Ueberlaufen der einen in 
die andre beim Brennen zu verhüten) voneinander sondern Ulld solcher- 
gestalt feine Goldumrisse bilden, während zugleich Lichter und Gewand- 
falten auf den Farben selbst durch zarteste Goldschraffirung angegeben 
sind. Das bedeutendste unter den bekannten Werken dieser Gattung ist 
die Pala dloro, der Aufsatz des Hochaltares, im Schatze von S.Marco zu 
Venedig,  Eine ebenfalls dem Nicllo verwandte Technik wurde so- 
dann zur künstlerischen Ausstattung eherner Portalflügel (an Stelle 
des Reliefschmuckes) angewandt: Zeichnungen, deren Umrisse durch 
eingelegte Silberdrähte (die nackten Theile durch Silberplättchen) gebildet
        

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