Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688865
Dritte Periode. 
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terndes, Flatterndes. IOhne sonderlicheiäeilalligiieit der Behandlung gehen 
sie allmählig in eine erhebliche Rohheit uber.   
Die Schule der fränkischen Miniatnrmaler, welche ziinachst fur 
den Hof Karls d. Gr. thätig war, 2 zeigt ein beachtenswerthes Aufraifen 
im Sinne der antiken Kunst, mit einer gewisse? Größe: "einer gewissen 
jugendlichen Kräftigkeit, einer gewissen, Freiheit in der Bewegung ver- 
bunden. Byzantinisirendes klingt nur in wenig Aeusserlichem hinein, 
Irisches in der phantastischen Ornainentik (im qKalligraphischen), der sich 
zugleich aber mannigfaltige Muster nach antiker Art zugesellen. Die 
Arbeiten sind zumeist gross und prächtig durchgefuhrt; auch sie aber 
gewinnen keinen tieferen Lebensgehalt, und das in ihnen gewonnene geht 
bald in ein mehr und mehr verwildert rohes Wesen _uber. Der. Ite- 
gierungszeit Karls gehören mehrere Prachthandsehriften iii den kZBIlIdIO- 
theken zu Paris, in der städtischen Bibäothäk zu Trier, imvbfitischen 
Iuseum zu on on an. Q1118 ugaa zu 
Paris rührt theilweise, wie es scheint, aus 
;i  der Zeit Ludwigs deslilrommen (theilweise aus 
l iti a zxt K 11 a K hle le" ein Evan e- 
  lifäiiilllj]: ebäiidasäbst {ist fiir haiiser Lothar äc- 
_     schrieben. Mehrere prächtige Werke, eben- 
g 125;" falls in Paris, sind für Karl den Kahlen 
  (zweite Hälfte des neunten Jahrhunderts) ge- 
v? ,  Q  ferti  sie bezeugen schon das erhebliche 
 Sinkgetii des künstlerischen Sinnes. Noch grös- 
6„         
g   serer Verfall zeigt sich in den Arbeiten aus 
 der Epoche Karls des Dicken (Spätzeit des 
z, i t   
 ju, 1„ neunten Jahrhunderts), deren vorzuglichst be- 
 ü], deutende eine Handschrift der Vulgata iii S. 
 ]   Calisto zu Rom ist. 3 Anderweit lassen die 
j];   fränkischen Miniaturen des achten und neun- 
 i u,  ten Jahrhunderts theils (in ähnlichem Sinne, 
1 5„   wie bei den angelsächsischen Arbeitein) eine 
ä-Jll illlllillllllllgßv,  1       
 ' stärkere Vermischung mit irischen Manieren, 
Kaiser Lßtlm- Fränkisches theils eine rohere Aufnahme antikisirender 
Miniziturbild.       
Bildungsweise (wie in den Federzeichnungen 
der Wessobriinner Handschrift zu München vom J. 814, welche das 
berühmte Wessobrunner Gebet enthält), theils eine Barbarisirung ganz 
auf eigne Hand erkennen. .  
In der byzantinischen Kunst ist, wenigstens seit Beilegung des 
Bilderstreites, eine nicht erfolglose Wiederaufnahme der musivischen 
1 Dibdin, bibliographioal Deoameron, I, p. LIV, ff.  2 Waagen, Kunstw- 
u. Künstler in Paris, S. 232, 5., 244, Hi; Treasures of art in Great-Britain, 
p. 104. Dibdin, bibliographical etc. tour in France and Germany, II, p. 156, ff. 
Kugler, kleine Schriften, II, S. 337.  3 Waagen, d. Kunstblatt, 1850, S. 92, 
(Dülgincourt, Malerei, t. XL, ff.)
        

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