Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688827
B11 
Kun 
Für die bildende Kunst dieser Epoche ist es zunächst bezeighnend 
dass von einer namhaften Thätigkeit im Bereiche der selbständigen Sculp: 
tur noch weniger als früher die Rede ist. Die Ursache ist nicht sowohl 
in einem technischen Unvermögen zu suchen (denn auch tiefer stehende 
Kunstepochen haben sich in ihrer Weise vielfach in plastischen Werken 
bethätigt), als in der mehr und mehr gesteigerten Abwendung des Sinnes 
von einer Verkörperung derjenigen Gestalten, welche nur im Geiste an- 
geschaut Werden sollten. Es ist ein ascetisches Element, ein orientalisches 
die Flucht vor der überwältigenden Sinnenwelt bezeichnend, der die fessel: 
lose Phantasie des Orientalen so leicht verfällt und der sie darum mit 
gesteigerter Einseitigkeit begegnen muss. Gegenwärtig war der bilder- 
lose Islam auch auf dies Verhältniss, zunächst in Beziehung zu Byzanz, 
nicht ohne Einfluss geblieben. Der Bilderstreit des byzantinischen Reiches 
und die Lösung desselben, durch die Synode des Jahres 842, welche die 
malerische Darstellung in der Kirche zugab, die plastische aber verpönte 
fasste dasjenige nur in einen bestimmten Ausdruck, was in der allgemeinen 
Zeitstimmung lag und sich auch im europäischen Occident wenn schon in 
minder ausschliesslicher Weise, geltend machte. , 
Um so eifriger hatte man sich der dekorativen Kunst der Aus- 
stattung der heiligen Räume durch Prachtgeräthe und Prachtstoife so- 
weit dies nur die Mittel verstatteten, zugewandt. Man befolgte lfierin 
mit williger Hingabe das Beispiel, welches die Prachtliebe dustiniank 
schon in der vorigen Periode gegeben hatte. Vor Allem war man wie 
dort, auf die Ausstattung des Altares und seiner Geräthe bedacht] man 
strengte die Phantasie an, um in diesen durch den Glanz und die, Man- 
nigfaltigkeit der Formen wundersame Wirkungen hervor-zubringen. Das 
heilige Brod des Altares verschloss man in einem Goldgehäuse Iiiit Säulen 
und Bögen, das auf dem Altar stand, oder in goldnen Tauben welche 
daneben hingen; man baute „Leuchtthürme," säulengetmeene ächalen 
zur El-hcllung des heiligen Raumes; man gab andern Leuelziatgeräthen die 
Form von Delphinen, Schiffen, Hörnern, Kronen, Kreuzen u. s w Man 
bekleidete, wie in der Sophienkirche von Constantinopel den Altar Seine 
gtrflglfbuägeri, selbst die Pforten mit kostbarsten Metallen, indem man adessen 
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331185911 äclzliflllßlä der alten Peterskirche 'in Rom. 1 Der grössere Theil 
H; tllrc 19 9 CH benannten Papste beschafft worden. Die Flügel des 
p portales waren mit Sllberplatten, 975 Pfund schwer, belegt; über 
Vergl. 
in der Beschreibung der 
Bunsen, 
Stadt Rom, 
75, m
        

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