Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688713
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VIII. 
Die altchristliche Kunst. 
sich dann als das äussere Kennzeichen der im engeren Sinne sogenannten 
"byzantinischenß Malerei kund giebt. 
Die umfassenden Werke vom Anfang der Periode bezeichnen die 
Uebergänge zu solcher Richtung. Hieher gehören die Mosaiken verschie- 
dener Kirchen in Ravenna, aus dem zweiten Viertel und um die Mitte 
des sechsten Jahrhunderts. S0 die in S. Vitale erhaltenen, in der Tri- 
buna und in' dem Chorraume vor dieser. Die Mosaiken in der Tribuna 
haben einen goldnen Grund, das zunächst auffällige Zeichen einer Neuer- 
ung von wesentlicher Bedeutung,  des Geltendmachens stofflicher Pracht, 
der vollkommenen Ablösung der Darstellung von den Bedingnissen irdisch 
natürlichen Daseins (bei gleichzeitig steigender Unfähigkeit, diese Beding- 
nisse künstlerisch zu vergegenwärtigen). Im Gewölbe der Tribuna ist, 
neben andern Figuren, eine noch ideal jugendliche Christusgestalt ent- 
halten, gewissermassen ein Scheidegruss der alten Zeit, während ihm 
unterwärts in der Tribuna die neue Zeit in vollem Prunke gegeniibertritt: 
grosse Bildnissgruppen des kaiserlichen Hofes, Justinian einerseits, Theo- 
Kaiser 
it Gefolge. 
Justiuiaxm m 
Mosaik in S. 
Vitale zu Ravenna. 
dora andrerseits, Beide mit reichem weltlichem und geistlichem Gefolge. 1 
Im Chorraume sind, auf farbigem Grunde, blutige und unblutige Opfer 
des alten Bundes dargestellt, symbolisch vorbildliche Scenen für das 
Mahl des Altares; ausserdem einzelne Gestalten, Symbole, Dekorationen. 
Die Ausführung der Darstellungen in der Tribuna hat noch eine c0nven- 
tionelle Tüchtigkeit; die des Chorraumes ist mangelhaft.  Ferner die 
Mosaiken in S. Apollinare nuovo, an den. Oberwänden des Mittel- 
schiffes, insbesondere zwei grosse Friese, welche in vortrefflicher archi- 
tektonischer Disposition den Raum zwischen den Arkaden und den Fenstern 
füllen, festliche Züge heiliger Märtyrer und Bekenner, Männer auf der 
einen Seite, Weiber auf der andern; in schon allgemeinen Typen gehalten, 
aber höchst feierlich in der Bewegung und von sorgfältiger Ausführung; 
 die in S. Maria in Cosmedin, welche eine massige Nachbildung 
Denkm. 
Kunst, 
Taf.
        

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