Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688696
238 
VIII. 
Die 
altchristliche Kunst. 
wiederum auf die gerade in der genannten Epoche hervortretenden By- 
zantinislnen hindeutend.  Im siebenten und achten Jahrhundert werden 
u. A. die zahlreichen Kirchenbauten des (Klosters StWandrille bei Rouen 
gerühmt.  
In den angelsächsischen Landen War das siebente Jahrhundert 
für den Kirchenbau von Bedeutung. Die Berichte lasscn zumeist auf die 
Anlage von Basiliken schliessen, zu Abbendon (mit zwiefacher Tribuna, 
an der Ost- und Westseite), zu York, Rippen, Hexham u. s. W. Die 
Andreaskirche zu Hexham, vom Jahr 674, wird als ein wunderwürdiges 
Werk gepriesen, und zwar als eine Anlage, die als eine Nachbildung des 
bei S. Vitale zu Ravenna befolgten Systems erscheint. Erhalten ist 
nichts davon.  
Irland, durch seine frühchristliche Cultur und seine missionarische 
Thätigkeit von hoher Bedeutung, folgte in seinen baulichen Anlagen, wie 
es scheint, einer selbständiger heimischen Sitte. Vorzugsweise War dort, 
auch bei den Kirchenanlagen, ein einfacher Holzbau beliebt. Einzelne 
Reste von Steinbauteu, kleine Kirchen und Kapellen, dieser oder der 
nächstfolgenden Periode angehörig, zeigen ein sehr urthümliches Ver- 
fahren, der kyklopischen Bauweise der pelasgischen Vorzeit ähnlich. Be- 
sonders bemerkenswerth ist eine erhebliche Anzahl fester Rundthürme, 
zumeist in der Nähe alter Kirchen oder Klöster belegen, welche sich, ko- 
nisch verjüngt, zum Theil zu sehr bedeutenden Dimensionen erheben. 
In Spanien wurde im sechsten und siebenten Jahrhundert, vor der 
arabischen Eroberung des Landes, vielfach Bedeutendes von baulichen 
Anlagen ausgeführt. Einige sehr geringe Fragmente, welche sich hieven 
erhalten haben, lassen eben nur den allgemeinen Styl der Zeit erkennen. 
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Die Sculptur kam in der zweiten Epoche der altchristlichen Kunst 
zumeist nur noch für Zwecke des profanen Lebens, zur Verherrlichung 
der weltlichen Macht, zur Anwendung. Sie gehört fast ausschliesslich 
dem byzantinischen Lehcnskreise an. Von kaiserlichen Statuen ist in der 
byzantinischen Geschichte noch in vielen Fällen die Rede; namentlich 
werden mehrfach Statuen des Justinian und seiner Gemahlin Theodore 
erwähnt. Eine eherne Kolossalstatue zu Barletta in Apulien soll den 
Kaiser Heraklius (siebentes Jahrhundert) (larstellen. 1 An Weiterer An- 
schauung fehlt es. Ersetzt wird diese durch einige Elfenheinarbeiten, 
Diptycha und Aehnliches, deren Figuren eine gewisse eeremoniöse Gra- 
vität haben und sich durch saubre Ausführung prunkenden Kostürns, bei 
unlebendig starrer Auffassung, auszeichnen. Als Beispiel ist rein Dip- 
tychon des Justinian, im Pallast Riccardi zu Florenz, zu nennen. 
1 II. 
Schulz, 
Unteritali 
Kunst des lüittolalters in 
Taf. 
XXVH.
        

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