Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688554
224 
VIII. 
altchristliehe Kunst. 
Die 
Eine ziemlich umfassende bildnerische Thiitigkeit, in den ersten Jahr- 
hunderten christlicher Kunstiibung, erscheint an den Sarkophagen, 
deren Seiten mit Reliefs geschmückt sind. Es ist zunächst eine voll- 
ständige Uebertragung der Weise der spätheidnischen Sarkophagsculptur 
auf die Zwecke des neuen Gedankens. Wie dort die alten Mythen in 
symbolisirendei- Bilderschrift, so reihen sich hier die Figuren und Seenen 
der christlichen Symbolik nebeneinander, bald einen festeren Gedanken- 
gang aussprechend, bald das herkömmlich Gewordene in loserer Ver- 
knüpfung zusammenfügend, zum Theil ohne sehr bemerkliche Scheidung 
der Gruppen, zum Theil und besonders in den jüngeren Arbeiten 
mit einer Trennung derselben durch Säulchen und sonstige dekorative 
Architekturstücke. Rom erscheint als der Hauptsitz solcher Arbeiten; im 
christlichen Museum des Vatikans, auch in den Grotten der Peterskirche, 
ist ihrer eine namhafte Anzahl vorhanden; andre an andern Orten Ita- 
liens, z. B. in Ravenna, und ausserhalb. Einzelne gehören einer verhält- 
nissmässig frühen Zeit an und haben in der Form wiederum ein der 
Antike noch sehr verwandtes Gepräge. So der vorzüglich schätzbare 
Sarkophag des Junius Bassus (gest. 359)1 und der allerdings schon rohere 
des Probus (gest. 395), beide in der Peterskirche. Sodann ein andrer in der 
Franziskanerkirche zu Spalato, mit der klar angeordneten und lebendig be- 
wegten Reliefdarstellung des Unterganges Pharads und des Durchzuges der 
Israeliten durch das rothe Meer. 2 Die Mehrzahl bezeugt auch ihrerseits den 
schnellen Verfall des bildnerischen Vermögens; die Gestalten werden überaus 
plump und unförmlich, die Falten der Gewandung zumeist nur durch rohe 
Einschnitte bezeichnet. 
"     
x     '   N  
 ägägxkiw   
 " j H   1 ' k"  M 
     
Elfenbeinschnitzwverk. Opfer des Abraham und Jünger Christi. 
Von kleinen Bildwerken, wie solche zur Ausstattung der Geräthe 
des Cultus gefertigt wurden, ist u. A. eine Arbeit zu nennen, die von 
der unmittelbaren Uebertragung der" klassischen Typen auf die christliche 
Vorstellung ein vorzüglich anschauliches Bild gewährt. Es ist ein cyliml- 
risches Elfenbeingefäss, jetzt im Berliner Museum beündlich, mit dem 
Relief der zwölf Apostel, welche einers eits den (wiederum völlig jugend- 
 
2 Eitelb erger im J ahrb. d. Wien. C.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.