Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688529
Erste Periode. 
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stand, verdient noch alle Anerkennung. Erhalten ist nur das Fussgestell 
der Säule. Neben ihr ist das Piedestal des ägyptischen Obelisken zu 
nennen, welchen "Theodosius zu Constantinopel errichten liess. Auf 
seinen vier Seiten sind Reliefs mit der Darstellung kaiserlicher Reprä- 
sentation, in verschiedenartiger Bethätigung, enthalten. Hier zeigt sich 
eine trocken schematische Anordnung, etwa in der Weise constantiniseher 
Reliefs (wie am Oonstantinsbogen zu Rom).  Im Palaste Theodorichls 
zu Ravenna befand sich das Reiterstandbild des Königs, das Karl d. Gr. 
später nach Aachen bringen liess. Die kühne Bewegung des Pferdes 
wird in den Berichten über dasselbe gerühmt; zur Anschauung liegt keine 
Vermittelung vor. 
Es reihen sich derselben "Weise künstlerischer Behandlung einige 
kleine Arbeiten, mit trockener Wiederholung herkömmlicher historischer 
Typen, an. So die elfenbeinernen Schreibtäfelchen oder Diptychaf welche 
auf den Aussenseiten mit figürlichen Reliefs versehen sind, kaiserliche 
und namentlich consularische Bildnissgestalten, mit der Andeutung von 
Oircusspielen, Triumphen u. dergl. enthaltend, vom vierten bis ins sechste 
Jahrhundert (im Domschatze von Monza u. a. italienischen Sammlungen, 
in der k. Bibliothek zu Berlin, im k. Münzkabinet zuParis u. a. a.  
S0 die Münzen, deren Bildnissköpfe indess für die Abschätzung künst- 
lerischer Befähigung und Richtung kaum noch in Betracht kommen. 
Das christlich bildnerische Element beginnt mit einfachen 
Symbolen. Es sind schlichte Zeichen, zunächst jener Zeit angehörig, 
da das Gemüth'sich vor den dämonischen Lockungen der Bilder geflüchtet 
hatte; unfähig, die Phantasie zu erregen; nur dazu bestimmt, den sinnen- 
den Geist an die heiligen Momente des neuen Lebens zu erinnern, hiemit 
den Dingen des Bedarfs, denen sie aufgeprägt wurden, eine Weihe zu 
geben, als Zeugniss, als Erkennungsmal für die Genossen des heiligen 
Bundes zu dienen. Die neue Lehre, die alte Sitte in neuer Verklärung 
gaben die Anleitung zur Auswahl der Symbole. Das Monogramm des 
Namens Christi, der Weinstock, der Fisch (das Bild desselben statt der 
deutungsvollen Buchstaben des griechischen Wortes), das Lamm waren 
Sinnbilder des Erlösers, Fisch und Lamm auch des Getauften und des 
Jüngers; das Schiif deutete auf die Kirche, die Lyra auf den Gottesdienst, 
die Palme auf den Sieg über den Tod, das Kreuz auf den Opfertod, u. s. w. 
Derartiges hat sich zahlreich auf Geräthen der christlichen Frühzeit, 
Lampen von Erz oder gebranntem Thon und andern Gegenständen, 
erhalten.  
Hiemit war die Stimmung vorgezeichnet, mit welcher man an bild- 
liche Darstellungen christlichen Inhaltes von selbständiger lebenvoller 
Kraft ging. Man konnte die Scheu vor einer unmittelbaren Verbild- 
lichung des Heiligen sofort nicht ablegen; man blieb in der symbOIiSChGH 
Richtung; man übertrug die orientalische Gleichnissrede, die in den heiy 
thesaurus vetermn diptychorum. 
Gori,
        

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