Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688411
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VIII. Die altchristliche Kunst. 
Erste 
Periode. 
Die erste Periode der altchristlichen Kunst, mit den Anfängen christ- 
licher Kunstübung beginnend, dauert bis in den Anfang des sechsten 
Jahrhunderts (etwa bis zum Schlusse des ersten Viertels dieses Jahr- 
hunderts). Sie steht mit der antiken Kunst noch im nächsten Wechsel- 
verhältniss, folgt ihren Leistungen vorerst noch unmittelbar, ordnet so- 
dann das aus ihr Herübergenommene einfach und klar zur Erfüllung der 
neuen Zwecke. Es ist in den Gebilden dieser Periode noch ein Nach- 
klang von der individuellen Lebenskraft der Gebilde der klassischen Kunst 
und zugleich eine keusche Stille, eine gemüthvolle Sammlung, ein ge- 
haltener, selbst grossartiger Ernst, so dass sie, wie mangelhaft immerhin 
die Form im Verhältniss zur Blüthe der alten Kunst sein mag, doch durch 
jenen Hauch eines neuen geistigen Lebens und durch die Lauterkeit des- 
selben vorzugsweise anziehend wirkt. 
Der Gegensatz der byzantinischen Richtung zu der der römisch- 
christlichen Kunst macht sich im Verlauf dieser Periode nur erst in un- 
tergeordneten Anfängen bemerklich. Am Schlusse derselben nimmt die 
Ostgothenherrschaft (unter Theodorich) an den künstlerischen Bestrebun- 
gen der Zeit erfolgreich Theill 
Architektur. 
Die Oultuszwecke der christlichen Kirche erforderten bestimmte Räum- 
lichkeiten, Gebäude von einer Einrichtung, Welche mit der Erfüllung dieser 
Zwecke im Einklange stand. Die vorzüglichsten waren die Versamm- 
lungshäuser der Gemeinde zur gottesdienstlichen Erbauung,  zum 
Anhören der heiligen Schriften und der Auslegung derselben, zum gemein- 
samen Gebet, zur Feier des Nachtmahles Christi. Als geeignete bauliche 
Muster zu solchem Behuf boten sich jene aller Orten vorhandenen grossen 
Säle  Säulengallerieen dar, welche den Namen der Basiliken führten; 1 
es scheint, dass man nicht säumte, kirchliche Versammlungshäuser nach 
 
unter dem Titel: Denkmale der christlichen Religion; der Text von Bunsen.)  
Canina, ricerche sull" arehitettura piü propria dei tempj cristiani etc.  Hübsch, 
die altehristlichen Kirchen etc. Lief. 1-7. -B0sio, Roma sotteranea.  Aringhi, 
Roma subterranea novissima.  G. M. (Marchi), monumenti delle arti christiane 
primitive.  Perret, eataeombes de Rorue.  Platner, Bunsen etc. Beschrei- 
bung der Stadt Ro   Platner und Urlichs, Beschreibung Roms.  F. v, 
Quast, die altehristhdäien. Bauwerke von Ravenna.  A. de Laborde, les mo- 
numens de 1a France.  Caveda, ensayo hist. sobre los diverses generes de 
arquiteetura empl. en Espaiza.  Deutsche Bearbeitung dieses Werkes unter dem 
Titel: Geschichte der Baukunst in Spanien. Herausgeg. von Franz Kugler.  
Salzenberg, altchristliehe Baudenkmale von Gonstantinopel.  Fossati, Aya Sofia, 
Constantinople.  Roberts the holy land.  Texier, description de PAsie Mineure. 
 Pococke, Beschreibung des Mergenlandes.  Burckhardt, der Cicerone.  
C. F. v. Rumohr, italienische Forschungen.  Cte. de Bastard, peintures et or- 
nements des manuscrits.  Waagen, Kunstwerke und Künstler in England und 
Paris;  der's, treasures of art in Great Britaixi.  Dibdin, bibliographieal de- 
cameron;  ders., bibliographical etc. tour in Franee and Germany. U. a. m. 
1 Vergl. oben, S. 172.
        

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