Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688358
204 
VII. 
der 
Die Kunst 
römischen Epoche. 
Alexander Sevcrus (222-236) bezüglichen Schlacht geschmückt. Auch 
hier ist Verwirrung in der Composition, Unbeholfenheit in der Ausführung. 
Die eigentliche Bildnisssculptur wird noch vielfach gepflegt. Die wil- 
den Physiognomieen der Kaiser barbarischer Abkunft geben gelegentlich 
zur charakteristischen Erscheinung, doch nicht mehr zur geistvolleren 
Durchbildung Anlass. Prunk und Modebedingniss erhalten eine vorwie- 
gende Geltung; Gewänder aus buntem Marmor, beweglich steinerne Per- 
rücken, die nach Belieben und Bedürfniss gewechselt werden konnten, 
linden sich von dieser Zeit ab nicht selten. 
Ein merkwürdiges Denkmal, wohl aus der Frühzeit des dritten Jahr- 
hunderts, ist das Grabmonument der Secundiner zu Igel bei Trier, 1 ein 
schlanker, thurmartiger Bau, architektonisch ausgestattet und völlig mit 
Bildwerk bedeckt. Darstellungen des Privatlebens und mythisch symbo- 
lische Gestalten sind hier, soweit bei dem sehr beschädigten Zustande der 
Reliefs der Zusammenhang überhaupt noch erkennbar ist, sinnig verknüpft. 
Einzelne Theile lassen noch eine schlicht naive Naturauffassung erkennen. 
Ein Fach der Sculptur, welches, wie bemerkt, schon zur Zeit der 
Antonine im zweiten Jahrhundert aufgekommen war und dessen Pflege 
in umfassender Weise fortgesetzt wurde, betrifft die Reliefbilder an den 
Wänden der Sarkophage. Es ist die hellenistische Richtung der Kunst, 
welche sich hier nochmals, in Darstellungen zumeist mythologischen In- 
halts, ausspricht. Eine Fülle hellenistischerAnschauungen ist uns in diesen 
Werken erhalten; in ganzen Compositionen und in einzelnen Gruppen 
und Figuren deuten sie vielfach, mehr oder weniger frei, auf die Schöpfun- 
gen der lebenvoll griechischen Kunst zurück. Manches, zumal unter den 
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früheren Arbeiten der Art, zeigt in Auffassung, Anordnung und Behand- 
lung noch einen schönen Nachschimmer der grösseren Epochen; Andres, 
wohl das Meiste, verräth die sich steigernde Abnahme der künstlerischen 
Kraft. Doch gewinnen auch die schwächeren Arbeiten, durch ein eigen- 
thümlich sinniges Element, nicht ganz selten einen anziehenden Charakter: 
 es ist auch hier der Pulsschlag einer neuen Weltseele, der sich in 
Mitten des Ersterbens der alten WVelt regt. Es treibt den Künstler zu 
Darstellungen, die im Tode zugleich die Sehnsucht, die Hoffnung eines 
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Schriften
        

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