Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688143
Erste Periode. 
183 
ergreifend zu vereinigen gewusst. Eigenthümliches Interesse erweckt u. A. 
eine derartige weibliche Statue in der Loggia de" Lanzi zu Florenz, in 
   welcher man das BlldnlSS. der Thusnelda 
3,5 y erkennen zu durfen gemeint hat, 1 (ebenso 
  wie in einer Büste des kapitolinischen Mu- 
 ' seums, Nro. 59, das Bildniss des Armi- 
  nius, 2 in einer andern Büste das des 
  g "Thumelieus, des Sohnes von Arminius 
 und Thusnelda, den diese in der Gefangen- 
 11T schaft geboren hatte).  Von anderwei- 
   tig bildnerischer Ausstattung an Monumen- 
i   a ten der in Rede stehenden Epoche kom- 
 i? f  men sodann nur noch zwei sehr beschä- 
 Iiiif  Hfi digte Relieffragmente in der Villa Borghese 
i,  I; zu Boni, welche einem Triumphbogen des 
 Claudius angehörten, 3 in Betracht. Man 
 rßi? erkennt in ihnen die Darstellung kriege- 
ff;    C rischer Versammlungen, wobei das Einzelne 
   "f? der Form durch die edle Fülle des Styles 
 ausgezeichnet, von einer irgend gruppen- 
 "l mässigen, dramatisch angeregten Qomposi- 
5mm der Thusnekla (u tion indess noch nichts wahrzunehmen ist. 
1:11 
Die römischen Münzen, früher mit rohem, wenig kunstreichem Ge- 
präge, schliessen sich seit den Zeiten des Cäsar und Pompejus, in der 
charaktervollen Behandlung der auf ihrer Vorderseite enthaltenen Bild- 
nissköpfe, der eben bezeichneten Richtung an. Auf der Rückseite sind 
manche sinnvolle Cornpositionen, zum Theil in Bezug auf die öffentlichen 
Verhältnisse des Reichs oder des kaiserlichen Hauses, angedeutet. 
Die Arbeit der geschnittenen Steine erfreut sich auch in dieser 
Zeit einer höchst umfassenden Theilnahme. Hier herrscht die hellenische 
Kunstrichtung vor, völlig im Sinne der früheren Leistungen der Art, so 
dass die Unterscheidung dessen, was der einen und was der andern 
Epoche angehört, oft höchst schwierig und selbst unthunlich ist. Unter 
Augustus glänzt der Name des Steinschneiders Dioskorides; er hatte 
den Kopf des Kaisers geschnitten, mit welchem dieser siegelte. Sein 
Name findet sich auf mehreren Geinmen; andre sind mit den Namen and- 
rer Steinsclmeider bezeichnet.  
Vorzüglich interessant sind einige Oameen der augusteischen und 
nächstfolgenden Zeit, deren grosse Dimension und glanzvolle Ausführung 
 
1 Goettling, Thusnelda, Axminius 
gleichzeitigen Bildnissen nachgewiesen. 
und Museen Roufs, pl. X1 und 174.  
Borghese,p1. 1, 5. 
Gemahlin und ihr Sohn Thumelicus, in 
 2 E. Braun (nach H. Brunn), Ruinen 
3 A. Nibby, momunenti scelti della. Villa.
        

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