Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688119
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VII. 
Kunst der römischen 
Die 
Epoche. 
was die früheren Blütheepochen der hellenischen Kunst ausgezeichnet 
hatte,  und nur das Eine ist nicht heriibergenommen, was dennoch den 
innersten Lebenspuls in den Werken des fünften und des vierten Jahr- 
hunderts ausmacht, was den Beschauer dennoch soviel tiefer ergreift als 
alle virtuosische Vollendung im Körperlichen und im Geistigen der Dar- 
stellung,  die Unschuld des künstlerischen Gefühles. Die Arbeiten die- 
ser römischen Epoche, wie staunenswürdig immerhin, sind in ihrem inner- 
lichen Wesen dennoch Erzeugnisse des künstlerischen Verstandes. Bei 
jenen galt es, dem Werke,  bei diesen, der eignen Meisterschaft zu 
genügen.  
Alsvorzüglichste Sculpturen dieser Zeit und Richtung sind anzufüh- 
ren: Der sogenannte borghesische Fechter im Pariser Museum, in- 
schriftlich von Agasias aus 
  Ephesos; die Statue eines Käm- 
c? pfers, der in kühner und straffer 
 Bewegung das ganze Muskel- 
. wir;  y   gesetz eines athletisch durchge- 
 bildeten Körpers zur Erschei- 
     v", l nung bringt.  Der sog. Torso 
  Wg,  des Belvedere im Vatikan, 
 L Ihr,    inschriftlich von dem Athcnel. 
 ,     h Apollonios, Sohn des Nester; 
(X t"- ' , der Torso eines ruhenden He- 
  k  f  , J   rakles von idealer, mit feinstem 
  i     Studium duychgcführtel-Bildung. 
 ,l   4171„  Der sog. farnesische He- 
"i i  Ä E115???  rakles im Museum von Nea- 
 li l!    l  
  v, i, , pel, insehriftl. von dem Athener 
Qß "Ääiifi 33„ b, Glykon; eine Statue, die, etwa 
 1' i,  x nach dem Vorbilde des Lysip- 
  "  pos, eine möglichst grosse Kraft- 
 A.  befähigung in schon nicht ma- 
   nierloser Weise darlegt.  Die 
3-.   sog. mediceische Venus in 
   der Tribuna zu Florenz, in- 
 iää schriftl. von dem Athener Kleo- 
 menes, Sohn des Apollodoros; 
Aliollo von Belvedere. eine Umprägung des Przlxifeli" 
 schen Ideales, von unvergleich- 
klich feiner Grazie der Formen, aber der Grazie eines naiven Selbstver- 
gessenseins schon entfremdet. (Der sog. Germanicus im Pariser Museum, 
die Bildnissstatue eines Römers in Gestalt eines Hermes, inschriftl. von 
Kleomenes, Sohn des Kleomenes, ist vielleicht von einem Sohne des eben- 
genannten gefertigt; die Arbeit ist indess trocken und ohne höhere Be- 
deutung).  Den sog. Apollo von Belvedere im Vatikan, von einem 
unbekannten Künstler; die Statue des Gottes im vollen Glanze jugend- 
licher Schönheit und im Ausdrucke erhaben begeisterten Zornes (gegen 
den besiegten Drachen oder gegen die Erinnyen gewandt), ein Meisterwerk
        

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