Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688109
Erste Periode. 
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solchen, in mehr oder weniger reicher Ausstattung. S0 das der Oaecilia 
Metella bei Rom, aus den letzten Jahren der Republik; das der Plau- 
tier bei Tivoli; das des Munatius Planens bei Gaeta.  In andern 
Fällen liebte man es, für diesen Zweck die ägyptische PyTamidenform 
nachzuahmen. Als erhaltenes Beispiel der Art ist die Pyramide des 
Oestius zu Rom anzuführen.   
Ein Zeitgenoss des Augustus, Herodes der Grosse, liess in Palä- 
stina und anderweit im Orient, auch in Griechenland, ansehnliche Pracht- 
hauten aufführen. Zu diesen gehörte der im Style der Zeit, in korinthi- 
scher Form ausgeführte Neubau des Tempels zu Jerusalem. 
Die Bauten der näheren Nachfolger des Augustus bis zu den ilavi- 
sehen Kaisern waren im Allgemeinen weder sehr umfassend, noch von 
ausgezeichneter monumentaler Bedeutung. Unter der Regierung des Clau- 
dius wurden grosse WVasserbauten, u. A. Wasserleitimgen, ausgeführt. 
Ein Bogendenkmal der letzteren ist Porta Blaggiore zu Rom, ein ein- 
faches lNerk, wiederum mit dekorativen Giebelarchitekturen.  Nero 
baute, nach dem Brande Roms, mit ungeheurem Aufwande sein wgoldnes 
Hau s", dessen Anlagen nach seinem Tode zerstört wurden. 
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Von dem Eintritt eines lebhavfteren Betriebes der hellenischen 
Seulptur um die Mitte des zweiten Jahrhunderts v. Chrf, von der Wahr- 
scheinlichkeit der Wechselbezüge zwischen dieser Erscheinung und den 
gleichzeitig bekundeten Kunstbedürfnissen Roms ist bereits (S. 163) die 
Rede gewesen. Der Prachtbau, welchen Metellus Macedonicus damals zu 
Rom ausführen liess, War mit Bildwerken des Polykles und andrer Mei- 
ster jener Zeit reichlich geschmückt.  
Glänzender erscheint der neue Aufschwung der hellenischen Sculptur 
im folgenden Jahrhundert, zur Zeit des Pompejus, des Caesar, des Au- 
gustus. Wir finden die Meister zum 'Theil bestimmt in Rom beschäftigt, 
die kunstvollsten Werke allem Anscheinc nach für Rom oder sonstige 
Lieblingsstätten der römischen Machthaber gefertigt. Höchst ausgezeich- 
nete Arbeiten, zum Theil schon im Alterthum und ebenso in unseren 
Jamhunderten- als Gipfelpunkte aller Kunst gepriesen, geben uns eine 
Anschauung des Strebens, der Erfolge jener künstlerischen Thätigkeit, 
Sie haben in der That, in gewissen Beziehungen, das volle Anrecht aum 
jenen Ruhm. Es ist eine Durchbildung in diesen Arbeiten, die in der 
Entwickelung des körperlichen Organismus, in der Darlegung seiner M0- 
tive und seiner Wirkungen, in dem Schmelz der Uebergänge, dem Gleich- 
gewicht der Verhältnisse, dem Rhythmus der Bewegungen das höchst 
Vollendete erreicht; es ist, wo die Aufgabe dies erforderte, eine Durch- 
dringung des geistigen Gehaltes, eine poesievolle Verkörperung desselben, 
die nicht minder am Ziele des Darstellbaren steht. Es scheint, als 0b in 
diesen Werken ein Auszug des Höchsten und des Feinsten gegeben sei,
        

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