Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1688060
Erste Periode. 
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Erste 
Perio 
Die erste Periode beginnt im zweiten Jahrhundert v. Chn, mit jenen- 
ersten ansehnlicheren Uebertragungen hellenischer Kunst nach Rom, welche 
besonders nach der Mitte des Jahrhunderts stattfanden. Bestimmter ent- 
faltet sich ihr künstlerischer Charakter, wie es scheint, im Laufe des 
ersten Jahrhunderts v. 01m; sie dauert unter den ersten Kaisern fort, 
bis zur Zeit des Untergahges des augusteischen Hauses und des Eintrittes 
der Herrschaft der Flavier (69 n. Chr.) In ihr ist die hellenische Rich- 
tung vorwiegend, theils ausschliesslich, theils so, dass sie dem eigenthüm- 
lieh Römischen, ohne in dasselbe zur volleren Wirkung aufzugehen, ihr 
Sondergepräge mit einer gewissen Feinheit aufdrückt.  
Architektur. 
Das Festhalten an der überlieferten hellenischen Architekturform, die 
Reinigung derselben und ihrer Verhältnisse nach der Lehre, welche man 
aus den Meisterwerken der früheren Zeit schöpfte, macht sich, wie bereits 
angedeutet, vornehmlich an den, dieser Periode angehörigen Resten der 
hellenischen Lande bemerklich. 
Vorzüglich wichtig und bezeichnend sind in diesem Betracht die Reste 
einiger Bauanlagen von Attika. Die Propyläen des äusseren Vorhofes 
des grossen Demeter-Tempels zu Eleusis waren geradehin eine Kopie 
des Mittelbaues der Propyläen der athenischen Akropolis, in allein Haupt- 
sächlichen mit genauer Nachbildung des Originales, in nebensächlichen 
Dingen und feineren Einzelheiten doch nicht frei von Abweichungen und 
kleinen Missverständnissen der Form. Ihr Bau gehört aller Wahrschein- 
lichkeit nach der Zeit um die Mitte des ersten Jahrhunderts v. Chr. an. 
 Gegen das Ende des Jahrhunderts wurde das noch stehende, der 
Athene Archcgetis geweihte Propyläum d'es neuen Marktes zu 
Athen gebaut, eine dorische Halle, die in den leichteren Verhältnissen 
allerdings von den dorischen Monumentcn des fünften Jahrhunderts, in 
dem würdigeren Ernste der Formen aber ebenso von dem Hachen oder 
rohen Dorismus des vierten bis zweiten Jahrhunderts unterschieden ist.  
Ungefähr derselben Zeit gehören die kolossalen Säulen an, welche von 
dem Tempel des olympischen Zeus zu Athen noch vorhanden sind; 
sie sind korinthisch, in den Kapitälcn ebenso wie in den Gliederungen 
von reiner und edler Bildung.  In Asien gehört der Haupttempel zu- 
Aphrodisias, von dessen glänzender ionischer Säulenumgebung der 
grösste Theil noch aufrecht steht, in den Beginn der Kaiserzeit; ihr Styl 
entspricht (z. B. in der Säulenbasis) dem der asiatischen Monumente der 
vorigen Epoche.  Sodann der Tempel des Augustus und der Roma zu 
Ancyra, dessen Reste eine so reiche wie feine Behandlung der korin- 
thischen Form bezeugen.  
In Italien bieten die Reste von Pompeji (verwüstet 63 n. 
zerstört 79 n. Ohr.) Beispiele späthellenischer Behandlungsweise und 
C1112, 
ihrer
        

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