Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687974
uulLuLuDUl-lv nuunu. 
und neuerlich in das Pariser Museum entführt sind; einfache Scenen in 
dem Gepräge reiner und heitrer Naivetät, jugendliche Mohrinnen u. A. 
darstellend, deren Farbe zu der leichtgraziösen Körperbildung und zu 
dem edeln Style und den leuchtenden Tönen der Gewänder in anziehen- 
dem Gegensatze steht. 
Ferner gab die dekorative Verwendung der Malerei zu einer eigen- 
thümlichen Technik, der der Mosaik, Veranlassung, indem man aus den 
einfachen musivischen Mustern, welche bisher den Schmuck der Fussböden 
ausgemacht hatten, zu reichen bildlichen Darstellungen überging. A13 
erster Meister des Faches wird Sosos aus Pergamos genannt. Er stellte 
auf dem Fussboden eines Zimmers den beim Essen unter den Tisch ge- 
worfenen Kehricht bildlich dar, in der Mitte aber ein Becken und Tauben 
auf dessen Rande, welche daraus tranken und sich sonnten. Eine mu- 
sivische Nachbildungdes letzteren u. A. im Vatikan. In einem der oben 
genannten riesigen Prachtschitfe, dem des Königs Hiero II. von Syrakus, 
Waren die Fussböden sämmtlicher Räume mit Mosaikbildern, welche die 
Fabel der Ilias darstellten, versehen.  
Die Vasenmalerei wurde zu Anfang dieser Epoche (namentlich, wie 
es scheint, in den unteritalischen Gegenden) in jener auf glänzende 
Wirkung berechneten, zumeist flüchtig behandelten Weise fortgeübt, von 
der" bereits oben die Rede war. Die Technik geht jetzt indess bald in 
eine äusserliche Manier, nicht selten in ein rohes Ungeschick über. Das 
ganze Kunstfach scheint im Laufe des zweiten Jahrhunderts kaum noch 
zur Anwendung gekommen zu sein. 
Anhang. 
Die 
spätätruskische 
Kunst. 
Das Wesen der etruskischen Kunst ist, was ihre ursprünglichen Be- 
dingnisse und ihre eigenthümliche Gestaltung nach Maassgabe dieser 
Bedingnisse betrifft, schon in Betracht gezogen, (Vergl. S. 82, H.) Auch 
ist bereits bemerkt, dass ihre spätere Entwickelung unter wesentlichen 
Einflüssen der ausgebildet hellenischen Kunst erfolgte. Hier ist die Stelle, 
die späteren Momente der etruskischen Kunst ins Auge zu fassen. Sie 
gelten zum Theil auch für Rom, Welches, wie in der Zeit der königlichen 
Herrschaft, so auch wälmend der grösseren Dauer seiner republikanischen 
Verfassung, bis zur unmittelbaren Aneignung des Erbes der hellenisehen 
Kunst, der etruskisehen Weise folgte. 
Architektur. 
Der Einfluss hellenischer- Architektur auf die etruskische kann, bei 
der überaus geringen Zahl ausgebildeter architektonischer Monumente aus 
älterer Zeit im oberen Italien, nur an wenigen vereinzelten Beispielen 
nachgewiesen werden. Zunächst sind jene beiden Felsportiken unter den 
Grabfacaden von Norchia (S. 83 und 86), welche eine etruskische 
Gesammtdispositioxi mit gräcisirenden Formen in etwas willkürlich dekora-
        

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