Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687895
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hellenische 
Die 
Kunst. 
Behandlung, wie sic im vierten Jahrhundert ausgebildet war, noch mit 
Glück und mit Eigenthümlichkeit geltend. 
Von den mächtigen Residenzen, deren Bau dieser Epoche angehört, 
kennen wir nur vereinzelte geringfügige Reäe- S0 von Alexandria, 
dessen Anlage von Deinokrates, dem Baumeister Alexanders d. G12, 
herrtihrte und das vollendetste Muster städtischer Gesammteinrichtung 
ausmachte. In den Katakomben Alexandrias zeigen einige erhaltene 
Räume eine architektonische Dekoration von einfach geschmackvoller Be- 
handlung im griechischen Sinne.  Von Antiochia, einer Stadt, die in 
Schönheit der Anlage mit Alexandria wetteifern konnte, scheint nichts 
Hellenisches erhalten. 
 Von der Behandlung kleinasiatischer Architektur dieser Epoche geben 
zunächst einige Reste von Knidos eine Anschauung. S0 der noch treff- 
liche ionische Portikus einer Bäderanlage, dessen Eckpfeiler durch eine 
Bekrönung von edelster dekorativer WVirkung ausgezeichnet sind; während 
eine sechssäulige dorische Halle das dorische System in schon sehr leich- 
ter Weise wiederholt.  Sodann die ansehnlichen Reste von Aezani in 
Ansicht des Zenstempels von Aezani. 
Phrygiem-die aber mehr dem zweiten als dem dritten Jahrhundertianzu- 
gehören scheinen. Hier ist der Tempel des Zeus Panhellenios von Be- 
deutung, ein glänzender ionischer Bau, mit manchen, die Spätzeit charak- 
terisirenden Eigenthümlichkeiten; die Säulen der Fagade in sehr wrersehie- 
denartigen, auf den Effekt berechneten Zwischenweiten; die ionische 
Säulenbasis, in einer manierirt hellenischen, der Bedeutung des Gliedes 
widersprechenden Bildung, mit aufwärts quellendern (echinusartigem) Pfühl. 
 Verwandte Behandlung zeigen die Propyläen des Athenetempels zu 
Prien e, eine Halle mit ionischen Prostylen (die attische Säulenbasis mit 
ähnlich gehildetem Pfühl), im Inneren mit viereckigen Pfeilern, deren. 
Bekrönilng eine nicht mehr schöne Nachbildung der Bekrönung der Wand- 
pfeiler im Didymäum bei Milet enthält.  
Athen wurde im dritten und im zweiten Jahrhundert durch aus- 
wärtige Fürsten mit manchen Prachtbauten geschmückt, Vorzüglich aus-
        

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