Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687877
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Die hellenische Kunst. 
bekannt geworden. Ein abgesägtesÄStück eines solchen, einen Reiterzug 
und Aehnliches darstellend, befindet sich im Museum von Neapel. Von 
Wandmalerei 
_1es Grabes zu 
Paestum. 
einem andern, ebenfalls zu Paestum gefunden, mit der Darstellung eines 
Jünglings, der einen verwundeten Freund hinter sich auf dem Rosse führt, 
einem Bilde edelsten hellenischen Lebens und tief pathetischer Auffassung, 
ist wenigstens die Zeichnung erhalten. 1 _  
In den Vasenmalereien der ersten Decennien des vierten Jahr- 
hunderts setzt sich zunächst jene schlichte, liebenswürdig naive Darstel- 
lungsweise fort, welche sich schon am Schlusse des fünften Jahrhunderts 
ausgeprägt hatte. Dann entwickelt sich dieser Zweig des künstlerischen 
Handwerkes zu einer glänzenderen Richtung, in Styl und Behandlung 
den allgemeinen Charakter der Zeit widerspiegelnd. Die Gefässe selbst 
werden häufig in ansehnlicher Dimension, in dekorativ reicher Form ge- 
bildet und mit iigurenreichen Compositionen, umfassende mythische Scenen 
oder solche darstellend, in welchen die Andeutung mystischer Gebräuche, 
namentlich auf den Gräberdienst bezüglich, enthalten sind, bemalt. Die 
Zeichnung ist frei, leicht, bewegt, oft mit höchst geistvollen und empfun- 
denen Motiven; die vorherrschend weiche Linienführung und die Andeu- 
tung reicheren (auch farbig ausgedrückten) Schmuckes bei der Gewandung 
lässt insgemein die Einwirkung ionischer Schule erkennen. Doch macht 
sich daneben, und schon von vornherein, das Streben nach äusserlich 
glänzender Wirkung geltend; auch ist die Behandlung nicht selten schon 
flüchtig und oberflächlich.   
1 Abeken , 
Taf. X. 
Mittelitalien 
VOT 
den 
Zeiten 
rönüsoher Herrschaft, 
3461 
423.
        

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