Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687813
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Die hellenische Kunst. 
gleich den übrigen nur für einen dekorativen Zweck bestimmt und dem 
entsprechend behandelt, erscheint gleichwohl von dem Hauche jener Grazie 
erfullt, welche das künstlerische Wesen des Praxiteles ausmacht. Es ist 
 ein überaus anmuthvollci- weiblicher Kör- 
 per, im schönsten Rhythmus einer leichten 
".14 r- momentanen Bewegung umhüllt von einem 
i   i durolischimmcrnden Gcivandc, das im leb- 
N   Krimi, Ä b, y haftesten Linienspiel die liebliclist reinen 
X , H, ax;gw„jfä_  Formen erscheinen und sie iin iiüSsigen 
1) u    Schmelze wieder verschwinden macht,  
Vgxwil tthtär  ein Werk, das bei einer plastischen Be- 
  rrwlywl  handlung von völliger Sicherheit und Ge- 
xx    setzlichkeit zugleich jene malerische Wir- 
jr  A. Wfgpilf  kung erreicht, wie vielleicht kein andrer 
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Xi  M   n t d R d l 
0A. i, X    fllfiliüx n n er en esten es Atertliums.  Als 
K  Xi, jzi, i! ein zweites höchst gediegenes Zeugniss der 
f,  S;  V, Richtung des Praxiteles ist sodann eine, 
l yjkä. W 1m r eider ebenfalls nicht vollständig erhaltene 
lt  f] tsxprlgxt t Statue des Eros, im zarteren Jünvlinvs- 
' i 1' d"  V   a O b 
   J alter, unter den Elgin schen Sculpturen des 
t    britischen Museums, zu nennen. 
Relief von der Brüstung dcsvTcmlwcls Der kleine Fries_ an dem Choragischen 
der Nlke Aprqrvs- Monumente des Lysikrates zu Athen ist 
mit einer Reliefdarstcll h : d' 
Rache des Dionysos an den tyrrhenischen Seeräubern, lbblälßllyeerlsl: Iiglplllllä 
verwandelt werden,  eine Arbeit, welche durch die geistreiche Leich- - 
tigkeit und das sichre Verständniss in der Ausführung .des Einzelnen 
anspricht.   
Zum Gedächtniss der in der Schlacht von Chäronea (338) Gefalle- 
nen war bei diesem Orte ein kolossaler Löwe von etwa 12 Fuss Höhe 
errichtet, dessen Bruchstücke noch vorhanden und, wie es scheint, zur 
vollständigen Wiederaufrichtung geeignet sind. Der Löwe sass in empor- 
gerichteter Stellung, das Haupt stolz, und unverwandt erhoben.  
Eine lebhafte bildnerische Tl1ätigkeit' und eine in mehrfacher Bezie- 
hung eigenthümliche Richtung entwickelt sich endlich in den Monumenten 
von Lycien, in Klein-Asien. Einzelnen geringeren Resten zufolge scheint 
es, dass hier, nach jenen merkwürdigen archaischen Sculpturen des Har- 
pyienmonumentes von Xanthos (S. 114), auch, im weiteren Verlauf des 
fünften Jahrhunderts eine fortgesetzte Kunstübung nicht gefehlt hatte; 
ein freierer Styl mit archaischen Reminiscenzen, dem sich im Uebrigen 
einiges Bezeichnende von persischer Darstellungsweise beiinischt, deutet 
darauf hin. Dergleichen kommt namentlich 'an Fragmenten von Xanthos, 
sowie an dem alterthümlich ionisclien Felsportikus von Myra vor. 1 Um- 
fassenderes und Bedeutenderes wurde im vierten Jahrhundert ausgeführt. 
Hieher gehören insbesondre die, jetzt im britischen Museum zu Lon- 
don beiindlichen ansehnlichen Reste eines Monumentes der Akropolis von 
discoveries 
account of 
Fellows, 
etc.
        

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