Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687741
Dritte Periode. 
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Tempel selbst empfing eine ansehnliche dorische Vorhalle, in deren For- 
men. das Muster der perikleischen Zeit thunlichst nachgeahmt Ward. Der 
innere Hof des Tempels wurde mit einem glänzend geschmückten Pro- 
pyläcnbau von sehr eigenthümlieher Anlage, mit Pfeilern und Säulen, ver- 
sehen; die Pfeilerkapitäle in reicher, doch wiederum strenggehaltengr 
Akanthusbildung, die Gliederungen von weicher Formation. Zu den Sei- 
ten der Propyläen, an der Mauer, befand sich eine ohne Zweifel gleich- 
zeitige einfache ionische Säulenstellung.  Die Propyläen des äusseren 
Hofes sind abermals später (vergl. unten). Vor diesem stand ein kleiner 
Tempel der Artemis Propyläa, mit dorischer Vor- und Hinterhalle, dessen 
edle Verhältnisse und zumeist noch sehr reine Formen auf eine Erbau- 
imgszeit in den früheren Decennien des vierten Jahrhunderts zu deuten 
scheinen.  
Die Bedeutung der ionischen Tempel Klein-Asiens fü1' die Ge- 
schichte der griechischen Arehitektur erhellt zunächst aus dem Umstande, 
 dass von der Mehrzahl dersel- 
ben die Baumeister genannt 
 Nß" werden und dass diese, wie uns 
 berichtet wird, fast überall be- 
- iondre ächipiftlenttüber die Brau- 
„  en ver ass 1a en, ein er- 
Kill  hältniss, welches dem der höhe- 
 l renDurcl1bildung der dorischen 
 ein    Architektur im fünften Jahr- 
  , hundert entspricht, wo es eben- 
r.   falls an den Meisternamen nicht 
 l 3253115;  fehlt und wo z. B. Iktinos über 
  den von ihm geführten Bau des 
  f Parthenon geschrieben hatte. 
Q lieh genannten und in ihren 
 "  r_i_v' Trümmern erhaltenen Gebäude, 
 T" sämmtlich Peripteraltempel und 
        im Wesentlichen '  
Säulen des Apcllotempels zu Didymö. Hälfte des Jahl-hundüiis  
rig, sind die folgenden.  Der 
grosse Tempel der Athena Polias zu Priene, von Pytheos gebaut und 
von Alexander d. Gr. geweiht, ein Gebäude von vorzüglich klarer Durch- 
bildung, die Säulen mit edeln Kapitälen und schönen ionisehen Basen. 
(Die Propyläen des Tempels sind später, vergl. unten.)  Der Tempel 
der Artemis Leukophryne zu Magnesia am Mäander, von Hermogenes 
gebaut, dem vorigen Tempel in der Behandlung ähnlich (doch die Säulen 
mit attischen Basen), nach den Berichten der Alten der schönste unter 
den asiatischen Tempeln.  Der Tempel des Dionysos zu Teos, eben- 
falls von Hermogenes gebautr- Der Tempel des Apollon zu Didymö 
bei Milet, schon im Anfange des Jahrhunderts von Paeonios und Daph- 
nis begonnen, aber langsam gefördert und nicht beendet; ein kclossales 
Gebäude mit doppelter Säulenumgebung, in dieser Säulenarchitektur schon
        

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