Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687734
142 
hellenische" Kunst. 
Die 
Aus der späteren Zeit des Jahrhunderts rühren die Ueberbleibsel des 
Zeus-Tempels zu N emea in Argolis her. Es war ein dorischer Bau. 
Die Reste lassen ein bestimmtes Studium der baulichen Eigenthümlich- 
keiten des Parthenon zu Athen erkennen, bekunden gleichzeitig aber, in 
einer erkünstelten Steigerung der letzteren, welche den gewichtigen Ernst 
des Dorismus aufhebt, Missverständniss und Verflachung der überlieferten 
Form.  Eine ähnliche VerHa-ehung des Dorismus sprach sich an den 
(jetzt verschwundenen) Resten einer Halle auf der Insel Delos aus, welche 
von Philipp von lNIaeedonien, dem Vater Alexanders d. G13, gebaut War. 
Athen besitzt ein Paar kleine Bauten von zierlich dekorativer Art 
aus der Spätzeit des Jahrhunderts, choragisehe Monumente, zur Aufstel- 
lung des in musischen Siegen errungenen Preises, des heiligen Dreifusses, 
bestimmt. Das eine ist das Monument des Lysikrates, ein über 
Momu 
ueut des Lysikrntes. 
(Oberer 
hohem Untersatz sieh erhebender Rundbau, mit korinthischen Halbsäulen 
und geschmücktem Gebälke versehen und oberwärts einen reichen Auf- 
satz in Blumenform, welcher ohne Zweifel den Stamm des Dreifusses bil- 
dete,'tragend. Die weichen Gliederformen, der noch strenge Adel in der 
Bildung des Blätterkelehes der Kapitale und in dem Blattwerk jenes Auf- 
satzes geben charakteristische Beispiele für den architektonischen Ge_ 
schmaek der Zeit und für die attische Richtung desselben.  Das andre 
ist das Monument des Thrasyllos, eine Grotte, in welcher der Drei- 
fuss sich befand, mit leichter dorisirender Pfeiler-Umrahmung,  später, 
als Thrasykles, der Sohn des Thrasyllos, die Anlage auch für sich zum 
choragischen Monumente weihte, mit einem lastenden attikenartigen Ober- 
hau und (wahrscheinlich erst damals) mit einem Mittelpfeiler versehen. 
In derselben Spätzeit wurden an dem Heiligthum der Demeter zu 
Eleusis, den Resten zufolge, bedeutende Bauanlagen ausgeführt. Der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.