Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687665
Periode. 
Zweite 
135 
Dann sind einige Metopenfragmente des Zeustempels von Olympia 
(Jetzt im Louvre zu Paris) einzuführen. In diesen Metopen waren die Tha- 
ten des Herakles dargestellt; das Bruchstuek des Heros, wie er den knos- 
sischen Stier händigt, die Figur einer, einem 
 der Kämpfe zusehauenden Göttin oderNymphe, 
.  die des sterbenden nemeisehen Löwen sind 
 die wichtigsten dieser Fragmente. Die Figur 
fßlriyf Ä des Herakles hat, bei energische;- Körperlich- 
 j "X keit, etwas übertrieben Gewaltsames in der 
    l K, Bewegung, die weibliche Gestalt ist in schön- 
i, " ster Naivetät entworfen, in der Behandlung 
  r, des Gewandes aber von einer, fast rohen Ein- 
 ilbpf, x faehheit; der Lowe noch in volhg archaischer 
a",  Strenge. Auch diese Elemente scheinen auf 
  eine Lokalschule zu deuten, welche hier der 
 Thätigkeit des Alkamenes bei Ausführung 
   der Giebelstatuen in ihrer Eigenthümlichkeit 
f!"  gegenüberstand und, ähnlich wie die Archi- 
lli        w   
  ; i):  tektur des Tempels, ohne Zweifel als eine 
   m, dorische zu fassen_is_t._  
   In den Resten sicilisch-dorischer Tem-l 
Mempenreuefvon Olympia: pelsculptur, welche dieser Epoche angehören, 
 zeigt sich ein bemerkenswerthes Festhalten 
an der alterthümliclien Weise.. 
 Von dem südlichen Tempel des östlichen Hügels zu Selinunt sind 
funf fragmentirte Metopenreliefs mit verschiedenen mythischen Darstellun- 
gen (jetzt im Museum zu Palermo) erhalten. Sie haben die technische 
Eigenthümlichkeit, dass sie der Masse nach aus dem Tuffstein des Landes 
bestehen, wahrend die nackten Tlieile der weiblichen Gestalten aus Mar- 
mor gearbeitet und eingefügt sind, ein Verfahren, welches an die Technik 
der sogenannten Akrolitheii erinnert, Sie tragen das Gepräge hellenischer 
Iläuthezeit, äloch noch mit entschiedener Nachwirkung alterthümlichen 
erneutes, (essen hartnäckigere Dauer schon die sicilische Architektur 
erkennen lässt. Bei lebeiivoller Durehbildung des Gedankens, energischer 
Charakteristik und feinem Gefühle für den körperlichen Organismus haben 
ELQChGGSäÜIlJEiI; noch etväas läurze gerhälänisse, _ Ähre ääewelgung häufig 
sc uci ern is ie ewan ung (er wei ic en esta ten zumeist. 
noch in streng schematischer Weise geordnet.  
 Die sehr geringen Reste von den äusseren Sculpturen des Zeustem- 
pels zu Agrigent zeigen entwickelt freie Formen, während die Kolossal- 
statuen der Giganten im Inneren des Tempels, wohl mit Rücksicht auf 
ihre Einfügung in das Gerüst der Architektur und dessen Gesetze, noch 
in streng archaischer Weise behandelt sind. 
Unter den Einzelbildwerken dieser Epoche ist zunächst das Frag- 
ment einer Statue der_ trauernden Penelope, im Vatikan zu Rom, zu 
nennen. 1 In der so reizvollen wie empfundenen Durchbildung eines noch 
Es ist das im Museo 
Chiaramonti beündliche Fragment, 
während 
die voll?
        

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