Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687542
Zweite Peüode. 
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Nebenumständen ergiebqder späteren Zeit dieser Epoche angehörig, sind: 
die des grossen Nemesis-Tempels zu_ lkhamnus, eines Peripteros, welcher 
in seinen wesentlichen Theilen dem Muster des Parthenon folgt;  die 
des Athene-Tempels zu Sunion und der in den Bezirk des Tempels 
führenden Propyläen, einer durch einfache Portiken geöffneten Halle;  
und die eines Peristyls von eigner Anlage zu Thorikos, eines Doppel- 
ieinpels oder einer basilikenartigen Halle. 
Die hohe Ausbildung der athenischen Bauschule äussertc, in unmittel- 
barer und in mittelbarer Uebertragung, ihren Einiluss auch auf die bau- 
liche Thätigkeit ferner entlegener Punkte. Die (neuerlich verschwundenen) 
Reste des Apolloternläels zu Delos eines dorischen Säulenbaues, ent- 
sprechen entschieden der Behandlung der athenischen Monumente dieser 
Zeit. --Der Tempel des Apollon Epikurios zu Bassä bei Phigßlia, im 
Südwesten Arkadiens, dessen Reste noch vorhanden sind, wurde nach dem 
Plane des lktinos gebaut. Es war ein dorischer Peripteros nach attischem 
llluster, doch in gewissen Besonderheiten der Behandlung nicht ohne Ab- 
weichungen hieven. Sehr eigenthümlich war das hypäthrale Innere des 
Tempels, mit Wandnischen und Dreiviertelsätilen vor der Stirn der Mauer- 
pfeiler, welche die Nischen trennten, Diese Säulen haben ionische Form, 
aber in einer freien, mehr dekorativen Ausbildung, und zwar der Art, 
dass hier noch das minder entwickelte altionische (orientalisirende) Deko- 
rationsprincip nachzuklingen scheint. Ueber den Säulen war ein durch- 
laufendes Gebälk zum oberen Abschluss der Nischen angeordnet, mit 
einem grossen Bilderfriese, dessen einfache Gesimse wiederum die Form 
der Zahnschnitte beseitigt hatten. Es zeigt sich hier eine Welse der 
Ausführung, welche, ob auch unter bestimmtem attischem Exniiusse, den 
Typus einer, auf eigcnthümlicher Tradition beruhenden Lokalschule her- 
vortreten lässt.  
Der Festtempel des Zeus zu Olympia, dem (lPIlIlO-ll Viertel des fünf- 
ten Jahrhunderts angehörig und gegen 432 vollendet, ein grossartiger do- 
rischer Peripteros, zeigt dagegen ein entschiedeneres Verharren an der 
streng dorischen Form, indem die allerdings geringen Reste desselben, 
1.1 b"  t t f - b  d  s. h ähnliche Behandlunrr wie die 
llilfücllililellsdliäes ZAthEnäC-TämililzlssnduiÄlilgiinhe (g. 106) erkennen lassen. Bau- 
meister des Tempels war Libon aus Elis. Eine derartige Behandlung 
an einem Baudenkinal von so hochgefeierter Bedeutung giebt ein Zeugmss 
(lafür, dass überhaupt der strengere Dorismus im Peloponnes noch sein 
altes Recht zu behaupten geneigt war. -Von anderiveitigen Monumenten 
peloponnesischer Architektur, unter denen das von Eupolemos gebaute 
Heräon in Argos und die Bauten des Bildhauers Polyklet zu Epidauros 
namentlich von Bedeutung gewesen sein dürften, sind zur Zeit leider keine 
genügenden Reste bekannt.  
Epoche die Reste einer 
Sie tragen durchgehend, 
Sicilien bewahrt aus der gegenwärtigen 
erheblichen Anzahl dorischer Peripteraltempel.
        

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