Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687461
Erste Peridde. 
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kleinasiatischen Darstellungsweise, die sich in den Bildwerken von Nym- 
Phio und von Boghaz-Keui (oben, S. 70, f.) angekündigt hatte. 
Das sogenannte Relief der Leukothea, in der Villa Albani zu Rom, 
ein leider vielfach beschädigtes Werk, scheint dem Charakter der Reliefs 
des Harpyienmonulnents im Wesentlichen zu entsprechen.  
Eine Anzahl von Werken alterthümlichen Styles gehört späteren 
Epochen des antiken Lebens, besonders der des Iladrian im zweiten Jahr- 
hundert nach Chiu, an. Es sind reliefgeschmückte Altäre, wie der der 
Zwölfgötter im Museum von Paris, Untersätze von Dreifüssen, wie ein 
solcher in Dresden, Rundeiniassungen von Tempelbrunnen, Weihebilder 
für errungene musische Siege, u. s. w. Es galt hiebei, das Leben auf 
eine künstlich gelehrte Weise in eine fernliegende Vergangenheit zurück- 
zustimmen und die noch bedingten Formen der letzteren, als angemess- 
nere für den heiligen Zweck, nachzuschaHen. Dies ist. in steifer, gesucht 
zierlicher Geberde und in jenem conventionellen Gefälte der Gewänder 
erreicht; in der Behandlung der Körperformen wusste man aber das 
schlicht Befangene der alten Zeit nicht wiederzugeben oder wollte es 
nicht; man befolgte darin die Gesetze der freieren Kunst und erreichte 
somit allerdings nurein manierirtes Zwitterwesen.  
An künstlerischer Ausstattung bei Gegenständen des Bedarfs kommt 
besonders das Münzgepräge in Betracht, doch minder in Hellas selbst 
als in den griechischen Aussenlanden. Dort begnügte man sich zumeist 
mit sehr einfachen Typen, während man hier zu bedeutungsvolleren Dar- 
stellungen vorschritt. Die "Numi incusi" (Münzen mit vertiefter Rück- 
seite) der unteritalischen Städte sind schon in dieser Periode durch leben- 
dige Charakteristik ihrer bildlichen Darstellungen, die sicilischen, nament- 
lich die von Gela und Syrakus, durch geschmackvolle Behandlung ausge- 
zeichnet. Gleichzeitig wurde auch in Macedonien und Thracien Bemer- 
kenswerthes der Art gearbeitet. Die Münzen Alexanderls I., zur Zeit der 
Perserkricge, zeichnen sich durch Leben und Adel aus. 
1er 
Von selbständig ausgeübter Kunst der Malerei ist für diese Periede 
Wenig die Rede. Die Tradition weist auf Korinth und Siky0n,.als die 
Orte ihres Ursprunges. Kleanthes von Korinth wird als der erste ge- 
nannt, der Schattenrisse gezeichnet habe; Ardikes und Telephanes als 
Meister einer in etwas ausgebildeteren Linearzeichnung; Kleophantes 
als Erfinder einfarbiger Malerei, u. s. w. Von Kimon von Kleonä wird 
gesagt, dass er zuerst Bewegung und Neigung in die von ihm gezeich- 
neten Gestalten. gebracht und für eine genauere Durchbildung des Fal- 
tenWüYfeS Sorge getragen habe. Es handelt sich überall in dieser Pßrißde 
nur um einfach colorirte Umrisszeichnungen. 
Sehr merkwürdig ist die Nachricht von einem Gemälde, welches 
Mandrokles von Samos in den dortigen Heratempel weihete und welches 
Vgl. 
B'runn's 
Geschichte 
der 
griech. 
Künstler. 
1859. 
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