Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687442
Erste Periode. 
113 
Unter. den Resten alt-attischer Kunst 1 ist zunächst eine sitzende 
Athenestatue (ohne Kopf und Unterarme) 2 und das Fragment einer ähn- 
lichen, beide auf der Akropolis von Athen, zu nennen. Die Anordnung 
deutet auf den steif ängstlichen Charakter einer noch rohen Tempelbild- 
nerei zurück, wie solcher in den ältesten Holzbildern vorauszusetzen ist; 
Einzelformen und Einzelbewegungen aber bezeugen schon ein künstle- 
risches Gefühl von naiver Feinheit. Das Gewand ist (ohne Zweifel auf 
Grund ionischer Sitte) in feinfaltigen Wellenlinien behandelt, welche von, 
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dem strengeren Schematismus abführen.  Das Reliefbild einer sitzenden 
Athene auf einer Platte in der Kirche von Merenda, dem alten Thorikos, 
soll lebhaft an das ebengenannte Werk erinnern. 3  Das grosse Relief 
einer Wagenlenkenden weiblichen Gestalt, auf der Akropolis von Athen, 
ist durch graziös kühne Oomposition und durch die Anmuth der Linien 
bei reich und in feiner Strenge fliessender Gewandung ausgezeichnet.  
Das Grabrelief des Aristion, 4 eines marathonischen Kämpfers, inschrift- 
lieh ein Werk des Aristokles, im Museum des Theseustempels, zeigt 
eine schlicht aufrechtstehende männliche Gestalt, die sich dem engen Raume 
der Pfeilerliäche vortreiflich fügt und durch eine künstlerische Haltung 
von fast schüchterner Naivetät, besonders in der oberen Hälfte der Figur, 
von der Herbheit der äginetischen Statuen wesentlich verschieden ist. 
Kleinasien besitzt, unfern von Milet, eine Anzahl von Sculpturen 
hochalterthümlichen Styles. Es sind sitzende langgewandete Statuen zur 
1 A. Schöl], archäologische Mjttheilungen aus Griechenland.  2 Vergl. Mu- 
seum of class. antiquities, I, p. 192.  3 Lebas, in der Revue archäologique, 
1844, p. 48.  4 Vergl. Museum of elass. antt. I; p. 252. 
Kugler. Handbuch der Kunstgeschichte. I. 8
        

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