Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687175
86 
Das Pelasgerthum. 
phantastischen Pracht sich geltend machen durfte.  Das Facadenver- 
hältniss des etruskischen Tempels ergiebt sich besonders aus den Resten 
jener beidenFelsportiken, welche sich unter den Gräbern von Norchia, 
abweichend von den übrigen dortigen Anlagen, vorfinden; doch sind die 
Einzelformen hier zumeist spätgriechische, in ziemlich willkürlicher Ver- 
wendung. Andre Elemente der architektonischen Disposition lassen sich 
an einzelnen altetruskischen Aschenkisten, die in einer Art von Tempel- 
form" gebildet sind, Wahrnehmen. Für die Behandlung des architektoni- 
schen Details sind besonders einige Säulenfragmente von der Cucumella 
zu Vulci wichtig: schlanke unkanellirte Schäfte, mit einem Kapital, wel- 
ches eine Reminiscenz des Kapitäles der altägyptischen vprotodorischen" 
Säule (S. 34) ist und mit diesem das griechisch dorische Kapital gewis- 
sermaassen vorbildet, und mit einer Basis, deren Haupttheil aus einem 
grossen schweren Pfiihl (hier in nicht ganz abzuweisender orientalischer 
Reminiscenz) besteht.  
Die Tempel des alten Rom waren, wie ausdrücklich berichtet wird, 
f, 419: 
.flffl'ff [M111 I  
.    g  
nmut   
   
 mmvmmumwl- f, f  
 f"  
wäjrpzjij:  "X 
(Wäv 132-, 1  {W  
     NS x K] 
  M f, 
  
Etruskisclxe Aschenkiste. 
nach etruskischer Art gebaut. Der bedeutendste derselben war der grosse 
Jupitertempel des Kapitols, der sich, etwa 193 Fuss breit und 207 lang, 
auf hohem Stufenbau erhob. Er hatte Säulenstellungen auch auf den 
Langseiten. Er war unter den tarquinischen Königen gebaut und gegen 
Ende des sechsten Jahrhunderts vollendet worden. 
Das altitalische, namentlich das etruskische Wohhaus ist durch die 
Anlage des sogenannten Atriums ausgezeichnet, eines für den geselligen 
Verkehr bestimmten Hauptraumes, dessen Bedachung in der Mitte offen 
war. Die beim Tempel nach aussen vor-ragenden Dachtraufen liefen hier 
nach dem Inneren des Gebäudes zusammen.  Für die zierliche Behand- 
lung des hölzernen Deckwerkes an Tempeln und Wohnungen lässt sich 
aus den schon erwähnten Nachahmungen von solchem in den späteren 
Grabgrotten eine Anschauung gewinnen. 
Die Etrusker haben sodann den alten Ruhm einer 
werkthätigen Meisterschaft in den Fächern der bildenden 
vielgewandten 
und der deko-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.