Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687102
Hellas. 
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tracht. Sie pflegen, bei schrägstehenden Seitenpfosten, mit einem mäch- 
tigen Steinbalken als Oberschwelle versehen zu sein und haben über die-- 
semfzu seiner Entlastung, wohl ein hohlcs, etwa mit einer leichteren 
Platte ausgesetztes Dreieck, dessen Einschluss sich durch seitwärts über- 
einander vorkragende, schräg abgeschnittene Steine bildet. Auch hat in 
einzelnen Fällen das ganzes Thor eine ähnliche, spitz dreieckige Form. 
Die merkwürdigsten und zahlreichsteil Reste kyklopischer Burgmauern 
finden sich in Argolis. Die Akropolis von Tirynth hat kolossale Anla- 
gen von alterthümlichst roher Beschaffenheit. Sehr merkwürdig sind diese 
auch dadurch, dass die dicken Mauern zum Theil von gedoppelten Galle- 
rien, oberwarts durch ubereinanderworkragcnde Steine spitz überdeckt, 
iiiiäiäiiäiinflndmilnlipÄiillfäiitäteZiiiifciiäfißliflleiicifldiiiliuilsslgi" 
ö, 1   , nsei e 
iijfnet. hDieMAkropolis von Mykenä ist durch verschiedene Weise des ky- 
 opisc en auerwerkes bis zum re elmässieen uaderbau und durch 
das sogenannte Löwenthbr (s. folg.  ausgezteichngt. i 
d LDann istddcr sogenannten Thesauren oder Schatzhäuser zu ge- 
en ren, von enen sich Reste an den Stätten alter Niederlassungen vor- 
finden und von denen die Schriftsteller des Alterthums sprechgn. Der 
äweük lgliesjr Blauantlagen,  ob ausschliesslich Schatzhäuser, Gräber, 
ue ge äu e 0 er o , je nach den Umständen, zwischen derarti er Be- 
Stimmung wechselnd,  ist nicht klar herausgestellt; die durchgäbildete 
Technik, in der sie erbaut, scheint mit Bestimmtheit auf die Schlusszeit 
der pelasgischen Epoche zu deuten. Sie waren unterirdisch, kreisrund im 
Qruindrissel uncll dem Innenbau der sardinischen Nuraghen (oben, S. 73) 
mso ern ämic , als regelmässi e Steinla en übereinander vorkra end 
und in einer Bogenlinie abgegläftet, eineng hdhen kuppelförmigen Räum 
umschlossen. Eine Thür, wiederum mit mächtiger Oberschwelle und hoh- 
lem Dreieck über dieser, führte in das Innere. Das ansehnlichste Schatz- 
halls Wal" das lleS Minyas zu Orchomenos in Böotien; von diesem finden 
sich nur geringe Ucberbleibsel vor. Zu Mykenä sind die Reste von 
mehreren vorhanden; unter ihnen ein vollständig erhaltenes das soge- 
nannte Schatzhaus des Atreus. b i O 
Was zu diesen Bauanlagen an künstlerischer Arlsstatttmg hinzugethan 
ward, kommt, wie bereits angedeutet, mit der Weise der orientalischen 
Kunst überein, die Aufnahme dort bereits ausgebildeter Elemente bezeu- 
gend. Das Innere des Schatzhauses des Atreus war, wie sich aus erhal- 
tenen Resten deutlich ergeben hat, mit Erzplatten bekleidet. Es ist eine 
Behandlungsweise, die ohne Zweifel auch den Berichten über besondre 
eherne unterirdische Gemächer der mythischen Zeit, wie denen von dem 
ähernen Gemach des Akrisios, in welchem Danaä verborgen war, von 
em ehernen Gefass des Eurystheus, in welchem dieser vor Herakles 
Schutz suchte: u. a. m. zu Grunde liegt, somit als eine verhältnissmässig 
verbreitete gelten darf. Die entsprechende Verwendung des Erzes in der 
alten Architektur des Orients ist im Obigen vielfach nachgewiesen. Dann 
war, wie ebenfalls aus erhaltenen Resten hervorgeht, der Eingang zum 
Schatzhause des Atreus ausserhalb mit ornamentirlen Platten verschieden-- 
farbigen Marmors und mit dekorirten Halbsäulen ausgestattet. DieBasis
        

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