Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680855
Erstes Kapitel. 
Griechische Baukunst. 
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grösseren Tempel aber zieht sich um den in einer dieser drei Grundformen 
gebildeten Bau noch eine Säulenstellung ringsum: sie heissen Peripte- 
Tal-Tempel. So ist der Parthenon (Fig. 72) ein Amphiprostylos, der 
Apollotempel zu Bassae (Fig. 78) ein T. in antis, beide mit peripteraler 
Säulenhalle. Wird die Säulenstellung verdoppelt, so erscheint der Dipte- 
Tal-Tempel. Seltener und spät vorkommende Spielarten der letzteren 
sind der P s e udo p erip t er 0 s (falsche  den nicht Säulen, sondern an 
die Mauer gelehnte Harlbsiiulen umgeben, wie der Zeustempel zu Agrigent 
(Fig.  und der Ps e u d 0 diptcro s (falsche  der die äussere Säulen- 
rcihe in ihrem weiten Abstande von der Cella, mit Hinweglassung der 
inneren, zeigt. 
Die künstlerische Durchführung jenes Grundschemas , die sich vor- Verschnau- 
nehrnlieh am Aeussern und zwar an den Säulenordnungen und der Behand-  
lung von Gebälk und Giebel kundgibt, ist in den beiden Stylen, dem 
dorischen und ionischen, eine wesentlich verschiedene. Die korinthischen 
Formen und die attisch-ionisehc Bauweise treten später als eine Ableitung 
aus jenen hinzu. 
Minder bedeutend sind die übrigen öffentlichen Gebäude der Griechen. Andern 
Bei dem glücklichen Klima bedurfte man zu festlichen wie geschäftlichen Gummi" 
Zusammenkünften nur offener Plätze, die durch umgebende Siiulenhallen 
Schatten darboten. Namentlich waren die Märktc, als Sammelplätze des 
Volks für öffentliche Verhandlungen von mancherlei Art, mit solchen Säu- 
lengängen und vielfachen plastischen Denkmälern gesehmücktx). Selbst 
bei den The atern überliess man das Meiste der natürlichen Beschaffenheit 'l'hvnu-r. 
des Ortes und wählte vorzugsweise einen an eine Anhöhe gelehnten Thal- 
kessel als Zuschauerraum, dem sich die mit geringem Aufwand hergestellte 
Bühne anschloss. Der Zuschauerraum (das eigentliche Theatron oder Koilon) 
bildet bei den griechischen 
Fig" 50' Theatern in der Regel etwas 
X I, mehr als einen Halbkreis, 
 indem entweder die Schenkel 
 S;  desselben verlängert werden, 
 h Xäsg (x oder ein hufeisenformlger 
  " u ßik 9 ' t Grundplan bewirkt wird (vgl. 
 i"  '  Fig. 50). Ihn umgibt eine 
f f  i; llmfassungsmauer, an welche 
     u i.) n H" SICh 8111 breiter unbedeckter, 
I  -  später mit Säulenhallen ge- 
schlossener Gang wie ein 
x Gürtel (Diazoma) schliesst. 
 vs  Von hier erstrecken sich in 
 concentrischen Kreisen ab- 
Theater zu Segcsta (Grundriss). Steigend  Sitzreihen dßr 
Zuschauer, bei grösseren An- 
lagen durch einen (wie auf unserer Abbildung) oder mehrere Gange in ver-  
sehiedene Ränge  wie wir sagen würden  gctheilt. In gleichmässigcn 
Zwischenräumen werden die Sitzreihen durch niederführende Treppenstufen 
Gurtius. 
Ueber die M2 
allenischer Städte. 
Archäol. Ztg. 
1848.
        

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