Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680845
Z wui Los 
ruudi 
ms 11': 
Innere treten wollte, um dem Gott ein YVeihgeschenk oder ein Opfer dar- 
zubringen, musste zum Zeichen der inneren Reinigung sich aus der in der 
Vorhalle niemals fehlenden Schale mit geweihtem Wasser besprcngen. Die 
(Jella selbst umschloss ausser dem kleinen Opferaltar die kostbaren Weih- 
geschenke und im Hintergrunde auf erhöhtem 'J.'hr0ne das heilige Cultbild 
der Gottheit. Dies die Einrichtung der Cult-Tempel. 
naxl- Ausser ihnen gab es noch eine andere Gattung von Tempeln, die nicht 
"T im Sinne jener, sondern nur als Besitzthum der Gottheit heilig waren , bei 
denen demnach der Brandopferaltar, die Weihwasserschale, das heilige 
Cultbild des Gottes fehlten. Statt des letzteren enthielten sie gewöhnlich 
eine kostbare chryselephantine (aus Gold und Elfenbein um einen hölzer- 
nen Kern gefertigte) Statue der Gottheit. Ausserdem bewahrten sie Weih- 
geschenke, die Gelder und Kostbarkeiten desöffentlichen Schatzes und die 
zu den grossen Festzügen erforderlichen Geriithe. Im Opisthodomos war 
dann vermuthlich, wie z. B. im Parthenon, (las Bureau der Schatzmeister. 
Diese Art von Tempeln nennt man Fe st- oder Agonaltempel. In ihrer 
künstlerischen Form sind sie jedoch durch Nichts von den Culttempeln 
unterschieden, nur ihre pla s ti sehe Ausschmückung deutet auf die Ver- 
schiedenheit der Bestimmung äinnreich hin. 
Jrmcn Jene Grundzüge der Tempelanlage waren unabänderlich feststehend; 
"W15" allein im Einzelnen gestatteten sie doch mancherlei Variationen, die sich 
zunächst auf die Anordnung der Säulenhallen beziehen. Die einfachsten 
Formen waren auch die ältesten: für den dorischen wie den ionischcn Styl 
möchte jene Anlage die ursprünglichste sein , welche an den Schmalseiten 
durch eine vorgestellte Säulenreihe Hallen bekommt, die jedoch an bei- 
den Seiten durch die vertretende Wand geschlossen werden. Da man die 
Stirndächen dieser Wände Anten nennt, so heisst ein solcher Grundplan 
ein Tempel mit Anten (templum in antis). Treten die Seitenwände 
 9 ß  
M:  v 
1:913:   
 sie 
 w-ßrrtrrsia:   
  s:  
 
ässss 
ssss 
Tenxplum in antis. 
Amphiprostylns. 
zurück, so dass die Säulenreihe die ganze Breite des Baues einnimmt, so 
erhält man den Prostylos. Wiederholt sich diese Anordnung auch an 
der Rückseite, so entsteht der Amphiprostylos. Bei manchen der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.