Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680822
Zwoin 
vs Büch. 
Das Gesims, das auf den Langseiten die-horizontale Dachtraufe bildet, 
trägt an -den Schmalseiten ein anderes Geison von derselben Gestalt giebel- 
artig aufsteigend und ein dreieekiges Feld (Tympanon) einschliessend, 
welches durch hineingestellte Bildsäulen bedeutsamen Schmuck erhält. 
Auf dem Gipfel des Dachgesimses wird eine Steinplatte (Plinthus) ange- 
bracht, welche cine Giebelblume (Akroterion) trägt. Aehnliche Plinthen 
belasten, um dem Schub des Dachgesimses entgegen-zu wirken, die unteren 
Enden desselben und nehmen hier eine halbirte Palmette auf. Anstatt dieser 
lilumenschemata werden bei manchen Tempeln oft Statuenoder andere, 
dem Cultzweek entsprechende Symbole (Dreifüsse oder dergl.) aufgestellt. 
Das Gesims wird durch einen ausgehöhlten Rinnleistcn (die Sima) be- 
krönt, der, über der Daehflache hervorragend, das Regenwasser sammelt 
und durch die auf den Ecken und an den Langseiten in gewissen Abständen 
angebrachten hohlen 'l'hierköpfe hinabschickt. Das D ac.h mit seiner sanften 
Steigung bezeichnet durch seine Giebel die Richtung des Gebäudes, die 
Lage des Einganges und schliesst den aus vielen Gliedern zusammengesetz- 
ten Bau zu einem einheitlichen Ganzen ab. Es erhält ein Ziegeldach, 
welches aus abwechselnden Bahnen von 
Fig- 45- {lachen Regenziegeln und gewölbten Deck- 
ziegeln besteht. Letztere bilden bei ihrer 
Wfereinigung auf dem Gipfel des Daches 
palmettenartig gestaltete Firstziegel, 
während ihr unteres Ende hinter der 
'l'raufrinne durch Stirnziegel charak- 
w terisirt wird. Die Wände der Cella wer- 
X" den aus horizontal gelegten, ohne Mörtel, 
 nur durch sorgfäiltigste Fugung verbunde- 
p  nen Steinblöcken in der vollen Dicke der 
C x f ß Mauer gebildet. Die Technik in Bearbei- 
Pfk Y tung des Steinmaterials ist durchweg von 
x höchster Vollendung. Für die Säulen 
W fk  A Ää wurden im Fussboden runde, flache Ver- 
fß  ' tiefungen ausgehöhlt, und sodann , um 
W   (l die Verletzung der Säulen be1 unmittel- 
i barer Berührung mit dem Fussboden zu 
l    f f;   vermeiden, von dem unteren Saulenstück 
  so viel fortgenommen, dass nur ein schma- 
   1er Schutzsteg (Scamillum) stehen blieb, 
auf dessen viel kleinerer Fläche demnach 
Stirnziceel vom 'l.'v1upcl der Artemis die ganze Last ruhte. 'Eine  Vor- 
" zu 1.115193, richtung verhinderte zwischen Epistyl und 
Kapital die Beschädigung des letzteren. 
Die Säulen bestehen in der Regel aus einzelnen in der Mitte durch Dübel 
zusammengehaltenen Trommeln , welche sorgfältig auf einander geschliffen 
wurden. Die Canellirung der Schäfte wurde nur am untersten und am 
obersten Stücke vor dem Aufrichten der Säule ausgeführt und an den 
übrigen Theilcn erst nach geschehener Versetzung vollendet. Bei Tempeln 
mit vollständigem Säulenumgang (d. h. bei He rip teralen Anlagen) erhiel- 
ten die Säulen am oberen Ende eine Neigung nach innen, um dem Schub der
        

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