Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680689
Erstes Buch. 
denn nicht allein, dass sie von geringerer Grösse sind  die höchsten nicht 
über SO Fuss  und von verhältnissmässig SClIIIIiilCI Grundlage viel steiler 
ansteigen : auch die Hinznfüguzig einer mit Pylonen geschmückten Vorhalle 
und die Axiordnung einer Nische über dem Eingange derselben ist ihnen 
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mpel zu Edfu (Querschnitt). 
charakteristisch. S0 scheint es , dass man in jener späteren Zeit mit Ab- 
sicht die uralte Form wieder aufgenommen hat, jedoch mit (lerjeziigen 
Bluassbeschräinkung, die einem kleineren Gesehlechte aufgenöthigt wurde, 
und mit demjenigen Streben nach einer Verbindung mit organischen Archi- 
tekturformcn, welche der verfeinerte Kunstsixm wünschenswerth Inaehte. 
der ägyptischen Architektur. 
Styl 
Fassen wir die Merkmale in's Auge, welche das YVesen der ägypti- 
schen Architektur ausmachen , so ist zunächst die Solidität der ganzen aus 
Stein errichteten Construction zu beachten. Zwar fand sich auch bei den 
Indern ein ausgedehnter Steinbau vor; allein_ die Regellosigkeit der Formen 
liess nirgends das klare Gesetz der Zusammenfügung erkennen. Hier da- 
gegen tritt das Princip der flachen Steinbalkendecke entschieden 
auf und prägt auch an den übrigen Bautheilen sich deutlich aus. Die Holz.- 
armuth des Landes, der unerschöpfliche Reichthum an treffliehen Stein- 
arten, Granit, Basalt, Sandstein, Porphyr, Marmor und Alabaster führte 
die Einwohner schon früh auf diese Bauweise, und brachte sie zu einer 
Technik in Behandlung des schwierigsten Materials , die noch jetzt uner- 
reicht dasteht. Ausserdem bot das überreich bevölkerte Land den Herr- 
schern eine Menge von Arbeitskräften zur Ausführung ihrer Riesenbauten 
dar. War einmal der Steinbau für die Bedeckung der Räume geboten, so 
folgte daraus die Anordnung vieler stämmigen, kurzen Säulen in geringen 
Abständen, die den mächtigen Deckbalken als Stütze dienten. Daraus 
ergab sich auch ohne Zweifel das schräge Ansteigen aller Aussenmauern, die 
ein fest begründetes, in sich zusammenhängendes Strebesystem als Gegen- 
druck gegen die Wuchtenden Steindecken bildeten.
        

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