Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680659
Fünftes Kapitel. 
Aegyptische Baukunst. 
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grottenurtig aus dem Gebirge herausgehöhlt. An den Wänden erblickt man 
in zahlreichen Sculpturen die Thaten des Ramses, der, in ungewöhnlicher 
Grösse dargestellt, von seinem Kriegswaxgen herab die Feinde vernichtet. 
 Jene kleinere Grettenanlage hat an ihrer Fagnde sechs kolossale Figuren, 
die indess stehend und als Hochreliefs behandelt sind. Die Vorhalle wird 
hier durch Pfeiler, die statt der Kapitiile Isisköpfe haben, getragen. 1m 
Uebrigen ist die Anlage mit jener zuvor beschriebenen verwandt. 
Grotte von Girschch (Grundriss). 
Aehnlich sind die Grotten von D erri, auf der gegenüber liegenden 
arabischen Seite des Nil, angeordnet, nur dass sie des l'agadenschmuckes 
entbehren und sogleich mit jener Halle beginnen, deren Stützen zum Tlieil 
Pfeiler, zum Theil Kolossalstatuen sind. Die Grotten von Girscheh 
(vgl. Fig. 31 u. 32) haben sogar einen freigebauten Vorhof, dessen Eingang 
durch einen Pylon bezeichnet wird. Auch hier sind Pfeiler und Standbilder 
von mächtigen Dimensionen als 'l'riiger der Decke verwendet. 
(h-ntten von 
 Den-i und 
Girscheh. 
Spätere Formen. 
In der Abgeschlossenheit des ägyptischen Charakters war ein zähes 
Festhalten am Einheimischen, alterthümlich Ueberlieferten nothwendig 
gegeben. Daher sehen wir noch in den späteren Zeiten, als fremde Eroberer 
das Land überschwemmten, ein Beharren an der heimischen Bauweise, 
und selbst die ausländischen Herrscher bedienten sich des ägyptischen 
Styles, um den Göttern des Landes, wie Staatsklugheit gebot, Tempel zu 
errichten. Doch hatten sich im Verlaufe historischer Entwicklung gewisse 
Umwandlungen, SQWOhI der Grundlage als der Durchführung, heraus- 
gebildet. Dergleiehen findet man an einem prachtvollen Tempel zu D en- 
derah (TentyTiS), unterhalb Theben, der von Kleopatra und J ulius Cäsar 
begonnen wurde. E1" iSt dadurch bemerkenswerth, dass ihm, wie den 
meisten spätägyiptißehßu Bauten, der Vorhof summt dem Pylon fehlt, statt 
dessen die Anlage gleißh mit der Säulenhalle beginnt. Auch die Form der 
Säulen ist abweichend, da anstatt der Kapitale Isisköpfe angeordnet sind, 
Dauer des 
Styls. 
Dendvrah.
        

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