Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685443
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Sechstes Buch. 
Unter seinen Kirchenbauten ist die berühmte S. Maria da Carignano 
(Fig. 438) von grosser Bedeutung. Ihr Inneres kann uns ungefähr eine 
Vorstellung von der anfänglich beabsichtigten Gesammtwirkung der Peters- 
kirche geben, denn nach ihrem Vorbild hat Alessi seine Kirche geschaffen. 
Zu diesem Ende muss man' sich erinnern, dass damals gerade MichelAngelo 
an S. Peter baute, und dass er Bramantz-fs Plan eines gleichschenkligen 
Kreuzes zu dem seinigen zu machen beabsichtigte. Galeazzds Bau übt im 
Inneren eine wunderbar harmonische Wirkung. Das Aeussere, das einige 
nicht in seinem Entwurf liegende Verunstaltungen zeigt , hat die günstige 
Anordnung zweier schlanker Thürme, welche durch den Gegensatz die Bedeu- 
tung der Kuppel steigern (hlig. 439). Die herrlichetLage auf steilem Hügel 
über der Stadt gibt auch von aussen dem Bau eine bedeutende Gesammt- 
Wirkung.  Von den späteren Palästen Genuas, unter denen sich selbst 
bei höchst vernachlässigtem Detail die grandiose Disposition der Treppen, 
Hallen und Höfe in den mannichfachsten Combinationen ergeht, sind 
besonders noch namhaft zu machen der Pal. Tursi-Doria, noch im 
16. Jahrh. von dem lombardischen Baumeister Rocco Lurago aufgeführt 
(Fig. 440). Gleich das Vestibül, 40 Fuss breit und 50 Fuss tief, steigt in 
Fig. 440. 
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geschickter Benutzung des ansteigenden Terrains mit einer Treppe aufwärts 
nach dem höher liegenden Hofe, an den sich in dessen ganzer Breite ein 
luftiges, Säulengetragenes Treppenhaus mit mächtiger Doppeltreppe und 
anlehnßndef NiSchengrotte schliesst. Die Fagade erhält auf beiden Seiten 
durch offene Bogenhallen mit freiliegenden Altanen eine lebendige Wirkung. 
Noch grossartiger wiederholen sich dieselben Grundzüge der Disposition an 
dem erst 1525 begonnenen Pal. der Universität, dessen Hof- und 
Treppenanlage bezaubernde Durchblicke bietet. 
Endlich gehört hierher Andrea Palladio (1518 --1580) aus Vicenza, 
dessen lhätigkeit vorzugsweise auf seine Vaterstadt und Venedig sich be- 
schränkt, obwohl sein Einfluss sich weit über Italien und die übrigen Länder 
erstreckte. Mit einem eigenthümlich grossartigen Sinn behandelt er die 
römischen Formen und weiss die verschiedensten Aufgaben bedeutend zu
        

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