Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685361
528 
Sechstes Buch. 
majestätisch, jetzt leider verfallend. In der Mitte hat sie nur ein Stockwerk 
mit hoher Bogenhalle, auf beiden Seiten eine schlichte Pilasterordnung, 
auf der Rückseite eine unvollendete Exedra. Später (1526) wurde Giulio 
nach Mantua zum Herzog Gonzaga berufen, wo das vor der Stadt liegende 
herzogliche Lustschloss, der "grossartige Pal. del Te , sein Hauptwerkbil- 
det. Es ist ein ausgedehnter Bau von 210 Fuss im Quadrat, der sich um 
einen grossen Hof gruppirt (Fig. 432), mit Garten und reicher Decoration 
angelegt, in einem einzigen Geschoss mit Mezzanina, äusserlich durch eine 
dorische Architektur mit lriglyphenfries fast zu streng und ernst gegliedert. 
Gegen den Garten öffnet sich eine offene Loggia auf gekuppeltenSäulen. 
Ausserdem war die Bauthätigkeit Giulids in Mantua so umfassend, dass 
sie den Charakter der ganzen Stadt im Wesentlichen bedingt und Herzog 
Friedrich Gonzaga mit Recht sagen konnte, es sei nicht seine, sondern 
Giulio Romands Stadt. Unter den unmittelbaren Nachfolgern Bramantes 
ist diesem Meister vorzugsweise das Streben nach energischer Formenbe- 
handlung und dadurch gesteigerter Wirkung eigen. 
lnSangallln- _V0n Antonio da Sangallo dem Jüngeren endlich rührt der Pal. Far- 
nes e zu Rom, so wie ein neuer Plan zur Peterskirche her. Der Palast 
(Fig. 43 3) ist eins der stattlichsten Profanbauwerke Roms, als Viereck von 
xrnesu in Rom  
185 zu 242 Fuss um einen imposanten Hof mit Pfeilerhallen angelegt und 
besonders durch die glänzende Ausbildung des Vestibüls und seine freie 
Verbindung mit dem Hofraum bemerkcnswerth. Da das Gebäude rings von 
Strassen umgeben ist, erhielt jede Fagade in der Mitte einen Eingang. Der 
Haupteingang öffnet sich auf ein Vestibül, dessen reich kassettirtes T onnen- 
gewölbe auf zwei Reihen von sechs Säulen ruht, und dessen Wände durch 
Pilaster und Nischen lebendig gegliedert werden. Das gegenüber liegende 
Vestibül ist kleiner, aber nicht minder elegant ausgebildet und öffnet sich 
auf eine offene Pfeilerhalle, deren hohe Bogenspannungen sich in jeder 
Etage wiederholen und dadurch an dieser Seite eine wirksame Unterbrechung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.