Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1684980
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Fünftes Buch. 
sieht, die ernsten Massen der Hochburg auf. Die Anlage bildet einen viel- 
verzweigten Complex verschiedenartiger Räumlichkeiten. Das Hochschloss 
mit 6er im edelsten strenggothischen Styl ausgeführten einschiffigen Kirche 
und ihrem hohen Glockenthurm und dem daranstossenden Kapitelsaal macht 
den ältesten Theil aus, der jedoch bis 1341 einen Umbau erfuhr. Wir 
sehen diesen Theil des Baues auf unserer Abbildung Fig. 411 unter A in 
fast quadratischer Anlage um einen mit Kreuzgängen umgebenen Hof sich 
gruppiren, dessen Mitte ein Brunnen bildet. Ringsum zieht sich ein KVall 
sammt tiefem Wassergraben. Nach Osten springt der nördliche Flügel ziem- 
lich weit vor und schliesst aus dem Achteck. Er enthält im unteren Geschoss 
die Annakapelle mit zwei prachtvollen, in den dicken Mauern liegenden 
Pforten, im oberen die mit vier eleganten Sterngeivölben bedeckte Kirche, 
an welche sich der Kapitelsaal schliesst (auf unserer Abbildung neben der 
Hauptdarstellung angebracht). Dann folgt das Mittelschloss B, bis gegen 
1382 ausgeführt, welches die prachtvolle Wohnung des Grossmeisters und 
die WVohnungen der Ritter enthält. Die NVohnung des Grossmeisters nimmt 
Ordensremter 
1er hiarienburg. 
den ziemlich weit vorspringenden Flügel ein, der mit seinen gewaltigen 
Mauermassen gebietend über den Strom und das Land schaut. Den äusser- 
sten Punkt bildet des Meisters Remter, quadratisch angelegt mit vier Fächer- 
gewölben auf einer schlanken mittleren Granitsäule. In dem nördlich sich 
hinziehenden Hauptflügel bildet der grosse Ordensremter mit seinen drei 
schlanken Granitsäulen und zierlichen Fächergewölben den Mittelpunkt. 
Den letzten Theil stellt das Niederschloss mit seinen weitgedehnten Stall- 
und iVirthschaftsi-äumen dar. Im Inneren sind die beiden Remter, der 
Ordengfemter (Fig. 412) und der des Grossmeisters, von entzückender
        

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