Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1684881
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Fünftes Buch. 
teten Gebäuden sind oft alle Aussenrlächen abwechselnd mit verschieden- 
farbigen Steinschichten eingeblendet, was indess mit der ruhigen, con- 
structiven Gliederung nicht recht harmonirt. Eine lebendig bewegte Profi- 
lirung der Glieder findet man in der Regel an den Portalen, die oft einen 
reichen Wechsel mannichfach geschwungener Einzelformen zeigen. Fig. 405 
gibt mehrere derartige Profilirungen, a und c von der Marienkirche zu 
Rostock, b von der Nikolaikirche daselbst. Ueberall aber ist die 
freie plastische Kunst zurückgedrängt, so dass bei grösstem Reichthum 
doch eine gewisse Monotonie herrscht. 
Maiderikirclic Unter den Denkmälern dieser Gruppe steht als eine der grossartigsten 
mmbcck" Kirchen s. Marien zu Lübecki) (Fig. 406) oben an. Im J. 1216 ge- 
gründet, befolgt sie die com- 
Fiä- 4m plicirte Anlage der französi- 
schen Kathedralen, und wird 
xi dadurch das Vorbild für eine 
 Reihe benachbarter Bauten. 
 {ff  Ihre niedrigen. Seitenschiffe, 
l {ß  zu welchen noch jederseits 
 ff! K  "Bx äine Isiapgllegiräihe zwischen 
 s {ß  "M,  M       en tre ep ei ern kommt, 
f r" X I! D"        setzen sich enseitg del-Kl- uz- 
  "I m! arme am-pdlygon geschloise- 
V'     H nen Chor als Umgang mit drei 
f)  ii Vlßqi     radianlten Kapglflerli fort. Die 
_ R   I;   j vierec igen ei er haben 
  f   i.   ' " Dienste für die Rippen der 
i l I, ififxxkjsxjf  Kreuzgewölbe, und ihre Ka- 
K! ü] x (R  11 pitale sind mit Daubwerk ge- 
   "ex     schmückt. Alles isthier streng, 
 I Ä  ,      
  xjiw  i" einfach, und doch voll Leben 
II  "E451" ilxyf  "jx  und Bewegung, die Verhält- 
 üx Xxi"  nisse, besonders die Höhen- 
Nl. Xil)( j  entwicklung, von imponirender 
 j, I  "J Mächtigkeit. Am Aeusseren 
"II     9Mx sind schlichte Strebepfeiler und 
   
 g . g Ende erheben sich zwei kräf- 
X tige viereckige Thürme, auf 
f?  g  der Kreuzung ragt ein schlan- 
  ker Dachreiter empor.  Die 
"  .2, w, Cisterzienserabteikirche D 0b- 
Mal-ienkirche zu Lübem b e ra n  , 1368 vollendet, 
schliesst sich jenem bedeuten- 
den Muster an und entfaltet diesen eigenthümlichen Styl zu hoher Freiheit 
und ausserordelltlißher Harmonie der Verhältnisse. Auch hier sind niedrige 
1) Denkmals altdcutscher Baukunst in Lübeck von H. Schlösser u. A. Tischbein. F01. Lübeck1832. 
2) Ueber die hier genannte" mecklenburgischen Kirchen vgl. W. Lübke im Deutschen Kungtblatt 
Jahrg. 1852.
        

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