Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1684842
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Fünftes Buch. 
einzigen in Westfalen.  In naher Verwandtschaft zu dieser steht die 
Katharinenkirche daselbst, seit 1340 errichtet, deren Pfeiler zwischen 
Stiftsk-bei den Diensten eine elastische Einziehung haben.  Eins der zierlichsten, 
Herfom elegantesten Bauwerke Westfalens, durch reizvolle Verhältnisse und den 
in dortiger Gegend öfter vorkommenden geraden Chorschluss ausgezeichnet, 
ist die im 14. Jahrh. erbaute Stiftskirche S. Marien vor Herford.  
Wiesenkirohe Zu ungemein stattlicher Wirkung entfaltet 
z" sagst Fis- 400-  sich bei sehr schlanken Verhältnissen und 
 weiten Abständen dieser Styl in der Marien- 
   sx y kirche zur Wiese in Soest, seit 1331 
.   erbaut (zum Grundriss Fig. 400 vergl. die 
" 5  ü Fensterdarstellungen unter Fig. 309, 310, 
 _X X1  N fjßixx  314 und 316). Hier verzweigen sich die 
 "R    fx n Rippen der Kreuzgewölbe ohne Kapitale aus 
 [W421i X den schlichten Pfeilern; besonders reich und 
 7M X. T,  von malerischer Wirkung gestaltet sich der 
   i; AX dreifache Polygone Chorschluss der Schiffe.  
Kirchen zu   In elnfach strenger Behandlung tritt dagegen 
Münstßr-  K! VWX „flflhxf' an der im J. 1340 begonnenen Lie bfrau en- 
jfr-x i: fjy l: ("X oder Ueberwasserkirche zu Münster 
    der gothische Hallenstyl auf; nur der mäch- 
. (x xßlhi  Wxxfl tige, leider der Spitze entbehrende YVestthurm 
(i,    ?Xx_ w," ,K. entfaltet sich zu reicherer Anlage.  Mit 
I5.  3'" seltenem Glanz ist die Lambertikirche 
{K174i  s"   daselbst, aus der späteren Zeit des 14. J ahrh., 
Wüeseukirche zu Soest. ausgestattet. Die schlanken, leichten Ver- 
hältnisse des Inneren, die kühnen Pfeiler, 
das reich verzweigte Rippenwerk der Netz- und Sterngewvölbe (die in WVest- 
falen selten vorkommen), das prachtvoll decorative Fenstermasswerk (vgl. 
das Beispiel unter Fig. 315) und besonders die beiden brillanten Chöre 
geben eine reizvolle Wirkung, der das ebenfalls glänzend geschmückte 
 Aeussere nahe kommt.  Im Uebrigen ist das an letzterem Bauwerke 
 hervortretende System freier, luftiger Hallen, mit zierlichen Netzgewölben 
überdeckt, die oft aus den kämpferlosen, schmächtigen, nackten Pfeilern 
hervorschiessen, an einer Anzahl sächsischer Bauten aus der letzten Epoche 
gothischer Kunstl) in stattlicher Weise vertreten. Dahin gehört die Niko- 
laikirßhe zu Zerbst, von 1446 bis 1488 erbaut, mit hohem Chor- 
urngang und achteckigen Pfeilern, aus denen die Rippen der einfachen 
Kreuzgewölbe aufsteigen.  Nahe mit der vorigen verwandt erscheint die 
Marienkirche zu Zwickau (1453 bis 1536), mit achteckigen Pfeilern, 
deren Flächen etwas eingezogen sind.  Die M arkt- oder Lieb fr au en- 
kirche zu Halle , von 1530 bis 1554 aufgeführt, ist durch reiche Netz- 
gewölbe ausgezeichnet.  Als ein nicht minder später Nachzügler erscheint 
die von 1502 bis 1546 erbaute Kirche zu Pirna, mit achteckigen Pfeilern, 
deren Flächen concav, und zierlichen Netzgewölben mit allerlei wunder- 
lichen Willkürlichkeiten.  Eins der stattlichsten Beispiele dieser Art ist 
die fünfschiffige Peter-Paulskirche zu Görlitz, von1423 bis 1497 
Stiftsk. bei 
Herford. 
Darstellungen in Puttriclzls Denkmälern.
        

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