Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680355
Zweites Kapitel. 
Babylonisch-assyrische Baukunst. 
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in denen man das alte Niniveh vermuthetik). In der Nähe der Stadt Mosul, 
auf dem gegenüberliegenden Ufer des Tigris, ziehen sich in einer Ausdeh- 
nung von etwa zehn geographischen Meilen mächtige Ruinenhügel den 
Strom entlang. Sie finden sich in, einem ähnlichen Zustande der Zerstörung 
wie die zu Hillah; der Regen hat tiefe Furchen in ihre senkrechten Seiten 
gerissen, der Sand derWVüste hat sie überschüttet, und im Frühjahr über- 
kleiden sie sich mit einem Teppich von lachendem Grün, der bald vor der 
Vßrsengenden Glut der Sonne schwindet und öder Nacktheit weicht. Lange 
waren diese Trümmerberge, die eine uralte 'l'raditi0n als die Ueberreste 
der Stadt Niniveh bezeichnete, ein Gegenstand elirfürchtigen Staunens; 
erst das jüngste Jahrzehnt hat durch unermüdlich fortgesetzte Ausgrabun- 
gen ihren räthselhaften Inhalt an's Licht gezogen. Die bedeutendste Aus- 
beute haben bis jetzt die Ruinenhügel von Nimrud gegeben. Es scheinen 
hier mehrere Königspaläiste dicht neben einander bestanden zu haben, die 
Layarrl ihrer Lage nach als Nordwest-, Südwest- und Centralpalast be- 
zeichnet. Der grösste unter den Hügeln ist der mehr nördlich gelegene, 
K ujj un ds eh ik genannte, dessen Umfang auf T690 Fuss angegeben wird  
ein anderer, noch weiter stromaufwärts folgenderiträgt vom Dorfe Khor- 
Sabad den Namen.  
 Die Anlage dieser Bauten ist 
     
     (i. s Gebaude wurde zunachst, W10 es 
   s   um  scheint, eine Platform gewonnen, 
   W indein man eine (fompactte Masse 
      vpn ac {Steinen reissi is vier- 
   ?  zig Fuss über das Niveau der 
    Ebene legte. Als Bindemittel fur 
  g  dieselben pflegte man Erdpech zu 
     verwenden. Diese Terrassen wa- 
       ren mit Brüstungsmauern von 
     Hausteinen eingefasst. Die Mau- 
    x tritt wßs.  s.   
      ern dis Baues, die sich auf jener 
      Untel dge erhoben, bestanden 
  1 ,  5': , "i  ebenfalls aus Backsteinen, die 
NRW  edoch überall durch grosse stei- 
Ncrdwestpalast von Niuirud (Grundriss). 251'116 ddlattgn    
wa einem uss ic {e ver ei e 
waren. Solcher Reliefs pfiegen mehrere Reihen über einander zu stehen, 
durch Keil-Irßßllriften getrennt? WO auch dadurch die Höhe des Gcmaches 
noch nicht erreicht wurde, Zeigen die oberen Theile desselben ein bemaltes 
Ziegelmauerwerk. Die Gösammtanlage der Gebäude folgte nicht etwa einem 
symmetrischen Princip, Sündem ES gruppirten sich die Räume nach Willkür 
und Zweckmässiglreit um einen oder mehrere Höfe (vgl. Fig. 10). An den 
Anlage 
Bauwu 
 Literatur: Botta et Flmulin. hlonumont de Ninive. Paris 1845).  A. Laymvl. Thc monuments 
of Niuevch, London 15-19.  Derselbe: Nincrvch aud its remains. Deutsch von W. Meissner. Leipzig18Z10. 
 Derselbe, A pnpulnr nccount 0f Lljscoxw-rics at Ninovch, Deutsch von W. Mcissner. Leipzig 1852.  
Derselbe. Fyesh discnveries in thc rsnns 01 Nineveh und Babylon. Deutsch von Th. Zenker. Leipzig 1355, 
 W. Vemx, Niucveh und Persßiwlls, l-Ouduxx 185i. Deutsch von T11. Zeuker. Leipzig-l85'l.
        

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