Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1684444
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Fünftes Buch. 
breit gespannten stumpfen Bogen wie in Fig. 355, Ode? die Stellst?) Alt des 
Spitzbogens, den Iianzetbogen. Da aus diesem sich ein lebendig bewegtes 
Masswerk nicht wohl entwickeln kann, so blieb man entweder dabei stehen, 
mehrere Fenster oder Oeffmmgen neben einander. zu gruppiren (vgl. F. äoS), 
oder das Masswerk durch nüchterne Durchschneidung der {Bögen und Hin- 
zufügung eines Rundpasses zu bilden. Auch die grossen Pensterrosen fin- 
den sich selten. Die Profilirung der '_Gewvö_lbrippen und Arkaden erhielt 
zwar eine bewegtere, allein doch ziemlich willkürliche Gestalt, diemancli- 
mal durch Zickzacks, Sterne und ähnliche Formen decorirt wurde. Nicht 
minder eigenthürnlich behandelte man die Ornamentation. Man gab den 
 Kapitälen eine gedrückte kelchartige Form, 
Fiä- 353-  die man mit mehreren Ringen monoton 
   
 krausen, verworrenen, übertrieben aus- 
gä ä ' i m] ladenden, oft beinah perückenähnlichen 
  Laubwerks (vgl. Fig. 356 und 357). Auch 
N f die Basen der Dienste bildete man in 
     schwächlicher Weise durch Ringe. Dabei 
H"     erhielten die Kirchen gedrückte Verhält- 
     ll nisse, die hinter denen der französischen 
  i; '  Kathedralen zurückbleibeij und im Ver- 
H   gleich mit der ungemeinen Länge noch 
   15  11 1d. gieilirigär ersclhetnäengirelläühsdrjäü2:511 
"c v     r t a 61 l ' v  
       eiiiei sGclaiiimtbreite der drei gSchiffe von 
ß            
l N  t 78 Fuss eine Hohe gon 81,931; Kathsscliale 
Jw A  von York eine so c e von uss.  est- 
 minster ist 101 Fuss hoch, geht aber uber- 
"f "i?  hanpt mehr auf die französische Anlage 
j  53x?  All. ullii"  , d e en erreichen die anderen Kathe- 
2h    dilalenadgeläst die Höhe von Salisbury nicht. 
f;   J    Ans alledem wird ersichtlich, wie die eng- 
       lische Gothik weit weniger den rücksichts- 
ls,  1  Whjliilll.  losen Verticalismus begünstigte und viel- 
   {ahv W   mehr die grossen horizontalen Linien vor- 
    lt      wiegend betont-e. Verzichtete sie somit auf 
 "M ' i   i; die kühne, den Sinn des Beschauers in 
"H   Staunen versetzende Höhenentwicklung 
 jj" 3:1.  311i französischer Bauten, so wie die an per- 
 spectivischen Durchblicken reiche Aiälqage 
 doppelter Seitenschiife und Kapellenrei en, 
 Kathedrale von Sa1igb1iry_ Aufüsg so markirte sie dagegen mitEiitschiledenhäeit 
die Wirkung der Längenperspective, ie 
freilich nicht mindei'_den lleiz eines ganz besonderen malerischenlflffects 
besitzt, der durch die zwiefache Kreuzschifanlage nur noch an pl antem 
W h 1 ewinnt. 
Aeusslere. .ec Sie iteussere gestaltet sich dem Inneren entsprechend. Alle Glieder 
 werden gebucht, fast nüchtern gebildet, nur nach Massgabe dessen, was
        

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