Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1683751
Zweites Kapitel. 
Ronmnisc] 
1er Sty] 
367 
Im nördlichen Frankreich ßiuuenin 
     Nordfrank- 
begegnet uns auf begrenzterem Gebiet eine Auffassung des romanischen  
Styls, die, weniger verschiedengestaltig als die Schulen des Südens, sich  
mehr in einer einfachen, an die sächsischen Bauten erinnernden Behandlung 
ausspricht Doch beruht diese Uebereinstimmung, die immerhin nur eine 
allgemeine ist und im Besonderen noch genug eigenartige Verschiedenheiten 
zulässt, nicht etwa auf äusserer Uebertragung, sondern nur auf verwandter 
Sinnesrichtung. Der germanische Volksstamm der Normannen nahm be- Normannen. 
kanntlich schon früh den wichtigsten Theil des Landes erobernd in Besitz 
und begann darin ein Culturleben von besonderer Färbung. Kriegerisch,"   
unternehmungslustig. nach Abenteuern begierlgd daläzi- aber I0; klugem, 
  ewan tem e1st.au' en weiten 
Fis- 284- äaubzügen durch die nördlichen  
  w   Mßgß? und südlichen Meere mit denfiqge 
' 71 Vortheilen der Civilisation be-  
 kannt geworden, wussten .die 
 Eroberer ihre Normandie bald zu  
ggf   _ß I4 gesetzlichen Zuständen zurück- 
   K?! i'll  zuführen und unter kräftigen  
"IX  ääiit; Herzögen ihre Macht zu befesti-  
  gen. Auf dem rauben, von römi-   
liiitfgfv] i); i Sehen Traditionen fast unberühr-y 
i-iii] iiilfllfi  ten Gebiet entfaltete sich nun in   
  l  äf Folge jener geordneten Verhiält-  
{f   IHM     nisse eine eigenthümlich strenge  
f  W      und tüchtige Architektur, welcher 
W {f    l  l es seit der Eroberung Englands   
 i, i. fl l   irn_ J. 1066 durch die daraus  
  l f   "  fiiessenden Reichthümer auch 
 nicht an bedeutenden Mitteln 
504.42, z. aßna! jmur mEfre gebradL 
Kitt)... zu rmnovi-ault- lillvvelllßl" Vißrllllrr- Der Styl, der sich unter die- Nuriuunni-- 
 sen Verhältnissen entwickelte, "h" im" 
spricht das rüstige, kriegerische XVesen des normannischen Stammes leben- 
dig und klar aus. Er geht wie der (leutsch-roinanische von der flach ge? 
deckten B asilika aus, die sich aber hier vielleicht früher als anderswo,  
jedenfalls aber allgemeiner und ausschllesslicher mit dem Kreuzgewölbe  
verbindet. Schon in der ersten Hälfte des 1I.Jahrh. scheint die c0nse-  
quente Anwendung desselben hier stattgefunden zu haben. Ueber den Sei-  
tenschifien erheben sich oft Emporen, nach Art der südfranzösischen Bauten 
mit halben lbnnengewölben bedeckt; häufig aber ist statt der Emporen in 
den Oberwändeir des "Mittelschiffes nur ein Triforium angebracht, d. h- 
ein schmaler Gang, der sich mit Bogenstellxingen auf Säulchen gegen däS 
Innere der Kirche öffnet. Bemerkenswerth ist auch. dass selbst die Quef-  
arme zvreistöckiggebildet wurden. oder doch in den Wänden obere Galerien 
 Britmn und Pngifl! Awhiievfllrßl ßlltiqnities of Nomlamly. London 1828.  Cotman and Tur- 
ner: Archit. ant. o!" Normandy. 2.V0.15_ F01. London 1822.  H. Gally Knight; Architectural {nur i; 
Xornmndy. (Deutsche Ausgabe Lexpzlg 141-)  Vgl. in der YViener Bauzeitung vom J. 18-15 den inter- 
essanten Aufsatz von F. Osten. 
        

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