Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1683627
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Fünftes Buc) 
eine besondere Richtung geben, die sich durch Nachahmung der dortigen 
Architektur Cund im Geiste kaufmännischen Wesens durch Vorliebefür 
Prachtentfaltung offenbarte. Der Hauptbau, an welchem diese Tendenz zur 
grossartigsten Geltung kam, ist die Kirche S. M arcoif"), das Palladium und 
die Perle der Lagunen-Republik. Sie wurde bereits im J  976 begonnen, 
l 071 nach fast hundertjährigem Bau vollendet, jedoch in ihrer verschwen- 
derischen Fülle musivischen Schmuckes und anderer Decoration noch in den 
folgenden Jahrhunderten weiter bereichert. l)er Kern des Baues (vgl. den 
Grundriss Fig. 270) bildet ein griechisches Kreuz, auf dessen Mitte und 
Endpunkten sich fünf Kuppeln 
Fis- 270- erheben, eine Form, der wir in 
  der späteren byzantinischen Ar- 
  äjt.    chitektur häufig begegnet sind. 
i?"    Die kräftigen Pfeiler, welche die 
 n;      h u _ _ kuppeltragenden Rundbögen 
 z.   7.291"  stützen, grenzen die Mittelräurne 
m      0 von schmaleren Seitenschiffen ab. 
      Zwischengestellte, Säulen tragen 
g "Ä"    l   in  jene oberen Galerien, welche 
Ü: i; nach byzantinischem Vorgangc 
     über allen Nebenräumen liegen. 
"    Für den Altar ist eine kräftige 
im s;      {"31 i; mauern drei Nischen eingetieft 
"g-Tvfg-ÄÄJ;   sind, angeordnet; die Seiten- 
  . l. räume enden mit kleineren. aus 
    .7 der Mauermasse ausgesparten 
     i L Apsiden. Ein eigenthümlicher 
im"    Zusatz ist die den, westlichen 
Kreuzarm bis an das Querschiff 
 auf seinen drei Seiten umgebende 
Grundriss von S. lllarcß zu Ym-iicdig. offene Vorhalle. Sie ist mit KLIP- 
 peln bedeckt und reich mit Säu- 
lenstellungen geschmückt. Die Ausstattung des ganzen Baues erschöpft 
jeden irgend ersinnlichen Aufwand von PrachtstoHen. Alle unteren Theile. 
sowohl die Wände wie der Fussboden, sind mit kostbaren, lspiegelglatt 
geschhHenen Marmorarten belegt; alle oberen Wand- und Kuppelflachexi 
Starren Von Mosaiken auf Goldgrunde. Da die Beleuchtung sehr gering ist 
und hauptsächlich nur durch die in- den Kuppeln liegenden Fensterkränze 
einfällt, S0 wird durch die aus dem Dämmerlichthervorblitzenden Gold- 
reflexe und das Farbenleuchten ein zauberhaft phantastischer Eindruck und 
eine imposante Gesammtsvirkung hervorgebracht. Alles plastische Detail. 
besonders an den Gesimsen, ist sehr dürftig; für die Säulen ist Alles. was 
von byzantinischen, altchristlichen und antiken Kapitälen aufzutreiben war. 
zusammengebracht, eine wahre Musterkarte der verschiedensten Formatio- 
nen, Unter Fig. 132 auf S. H17 gaben wir eins dieser Kapitäle, und unter 
 G. e L. Kreutz: La bäsilica rli S. Max-eo in Vmezi 
soolpiti e vedute architettoniche. F01. 184331  08cm. 
hauerei Venedigs. S. Leipzig 1855. 
a , espnsta ne suoi musaici sturici , ornalnent 
Mothes: Geschlohte der Baukunst und Bild
        

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