Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1683589
350 
Fünftes Buch. 
Säulenstellungen, darüber mit einer Empore von glücklichen Verhältnissen, 
im Aeusseren entsprechend gegliedert und von grosser Pracht der Decora- 
tion gehört hierher. Die höchste Ausbildung, ja eine in ihrer Art klassische 
Vollendung erreicht diese Bauweise in der Kirche S. Miniat0, wahr- 
scheinlich im J. 1207 vollendet. Die Anlage (vgl. den Grundriss Fig. 266) 
ist die einer nicht sehr grossen dreischiffigen Basilika ohne Querhaus mit 
einfacher Apsis. Doch ist hier eine schon in der altchristlichen Basilika 
S. Prassede zu Rom aufgetretene Neuerung aufgenommen und mit feinem 
Sinn behandelt. Auf je zwei Säulen folgt nämlich ein mit Vier Halbsäulen 
zusammengesetzter Pfeiler, der mit seinem Gegenüber durch breite Quer- 
gurte verbunden ist. Auf diesen ruht der offene Dachstuhl. Die Seiten- 
schiffe sind flach gedeckt; eine Krypta erstreckt sich über ein Drittel der 
Schifflänge. Die Oberwände sind reich mit Marmormosaik belegt, die auch 
i'll L      
W iä   "  
M Will Q Q g  T m2 
v! f:   w  m; i? 
y s  i?    
w       
 55 G Q Ü 0   1-4057 
M;  llllliüllllllll Q 1 i;  
M:  llm 
Miniato zu Florenz. 
dem Aeusseren einen hohen Reiz verleiht. Die Fagade (Fig. 267) , klar 
angeordnet und dem Aufbau des Schiffes entsprechend, ist durch farbige 
lilarmorplatten, durch Säulen mit Bögen, durch Pilaster mit Gesimsen be- 
lebt und gegliedert. Das Dachgesims xhat fein. gearbeitete anisikisirende 
Consolen. Unstreitig ist dieses kleine Bauwerk die feinste Blüthe der 
mittelitalienischen Architektur jener Zeit. 
Sicilische 
Bauten. 
In Sicilien und Unteritalien 
bildete sich unter der Herrschaft der Normannen ein durchaus selbständiger 
Styl, der aus römischen, byzantinischen und arabischen Elementen zusam- 
mengesetlt War ü). Die in Sicilien auf einander folgende Herrschaft der By- 
zantiner und der Mohamedaner bewirkte diese eigenthümliche Mischcultur, 
die auf architektonischem Gebiet Werke hervorbrachte, welche ohne höhere 
organische Durchbildung doch durch einen phantastischen Reiz und präch- 
tige Ausstattung anziehen. Der Spitzbogen, der überhöhte und der huf- 
eisenförmige Bogen, die Stalaktitengewölbe so wie manche Elemente der 
 Hillmy" et Zanth: zärchitqcture moderne de 1a Sicile. F01. Paris 1835.  
Samcenic und Nurman remams t_0 xlluxftrate the Normans in Sicily. Fol.  Duca (H 
dnnmo di lßlonreale e di altre clnese Slculo-Normanne. F01. Palermo 1838. 
H. GallgjKnZght: 
Smwwzdifalco: Dcl
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.