Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1683367
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Fünftes Buch. 
basil 
n. 
basi- 
ders eigenthümlicher Styl, der sich in phantastischen Ungeheuerlichkeiten, 
_verschrobenen Thier- und Menschenbildungen, symbolisch-historischen 
Darstellungen mit eben so viel Behagen als Ungeschick ergeht. Die Behand- 
lung dieser decorativen Sculpturen ist grossentheils, selbst in der höchsten 
Blüthezeit, von erstaunlicher Rohheit. 
Ueberwiegend herrscht die flache Säulenbasilika am Oberrhein in den 
schwäbisch-alemannischen Gegenden. So am D 0m zu K ons tanz, einer 
nach 1052 errichteten Anlage mit schlicht behandelten Vilürfellzapitälen und 
geradem Chorschluss. Dieselbe Chorbildnng und Arkadenordnung findet 
man am Allerheiligenmünster zu Schaffhausen undan der erst 
1162 gebauten, in neuerer Zeit beträchtlich veränderten Kirche des Klosters 
zu Petershausen bei Konstanz. Auch die jetzt als Magazin dienende 
Kirche zu Hirschau, im J. 1071 geweiht, die Kirche zu Alpirsbach 
vom J. 1098, und im Elsass die Kirche zu Hagen au aus der Spätzeit des 
romanischen Styles, die Abteikirchc zu Schwarzach, ebenfalls aus spät.- 
romanischer Epoche, die Pfarrkirche zu Falurndau mit geschmackvoll 
ornamentirten Würfelkapitälen und reich diamantirten Blätterfriesen, iwovon 
Fig. 170 auf 8.1262 ein Beispiel gibtii und manche andere sind Säulenbasi- 
liken. Wie lange diese Bauweise sich in Uebung erhielt, beweisen mehrere 
Säulenkirchen, deren Arkadenbereits spitzbogig gebildet sind, wie die 
Johanniskirche zu Crailsheim, die Kirche zu YVeinsberg mit 
reich verzierten Kapitälen , und die Stiftskirche zu O ber s tenfeld, 
sämmtlich in Würtemberg gelegen. Eine ganz besondere Stellung nimmt 
die Kirche des schottischen Klosters S. Jakob zu Regensburg ein, 
gegen 1120 vollendet, mit mannichfach abweichenden, auf normannischen 
Einflüssen beruhenden Elementen der Decoration. 
Der Pfeilerbau, minder verbreitet, hat doch auch in diesen Gegenden 
seine einzelnen Beispiele. Eine sehr alterthümliche Pfeilerbasilika von roher 
Anlage , auf einer geräumigen Krypta, später vielfach umgebaut und ver- 
ändert, ist der D o m zu Augsb urg, dessen früheste Theile vielleicht noch 
vom Ausgang des 10. Jahrh. datiren. Reiche Choranlage bei geradlinigem 
Schluss zeigt die Cisterzienserkirche M aulbronn, deren Seitenschiffe 
indess bereits die Wölbung haben (Abbildung des Grundplans auf S. 299 
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H9 141- Uvnkendorf. 
unter Fig. 216). Spitzbogige Pfeilerbasiliken sind die Stiftskirche zu Tie- 
fen-bronn und die Klosterkirche zum h eil. Grab zu D en ken dorf im 
Würtembergischen .2 von der wir unter Fig. 244 einen interessanten, aus 
Band- und BlattverSßhlingüngen gebildeten Fries bringen, wozu man das
        

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