Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680215
Erstes Kapitel. 
Indische Baukunst. 
Blattkelch (Fig. 1 b), der ebenfalls Verwandtschaft mit gewissen persi- 
schen Kapitülfornien zu haben scheint. Auf dem Kapital erhebt sich eine 
 verzierte Deekplatte, welche das Sinnbild des 
1, m9 1' a Buddha, einen liegenden Löwen, trägt. Durch 
 äi; eine auf mehreren dieser Säulen gleiehlautende 
i" „m.  Inschrift ist ihre Erriehtunv durch Acoka und 
Gliv  w Alb damit also auch ihre Zezfitbestimmiing mit 
I ylääili:eeül_  l;  Sicherheit erwiesen. 
wg subtil  t 33715, XVir haben also die merkwürdige That- 
   1,  .311. sache, dass die indische Architektur mit frem- 
  "Ä  Ü; i  den Einflüssen beginnt. Allein man darf dar- 
  auf nicht zu viel Gewicht legen. So weit bis 
 f,   jetzt die Kunde über die indischen Denkmäler 
  lreicht, sind diese westasiatischeir Einflüsse 
Um  d, T.- als höchst untergeordnete, vorübergehende 
  anzusehen. YVeder auf die Art der baulichen 
 1:1„ Anlage, noch auf die Gestaltung des Details, 
 (ä, haben fremde Vorbilder eingewirkt; vielmehr 
 "Hi   f": h wird uns in der Reihenfolge der fernerhin zu 
Indische Siegessäule. betrachtenden indischen YVerke ein durchaus 
 eigenthümlieh nationales Gepräge auf jedem 
Schritt entgegen treten; wir werden sehen, dass die Grundgedanken und 
die Hauptformen der indischen Architektur nichts zu schaffen haben mit 
  vereinzelten entlehnten Motiven 
 m? 2' der Detailbildung. 
   w      ff" Unter den Cultdenknialen 
   f     des Buddhismus gebührt dem 
 3'"  IÄ Stupa. oder Tope als der ein- 
 _ f fachsten Form die erste Stelle. 
x a   Seine Entstehung verdankte er 
  j dem religiösen Gebrauch der An- 
   hänvel, Iguddhrivs die Uebol St 
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Ornament des Siiulcnhnlses. lliYCS MClSÜGYS 111'121 SBlHOT SChülCY 
 und Nachfolger als geheiligte 
Reliquien aufzubewahren. Die Reliquien wurden in kostbare Kapseln ver- 
schlossen und .über denselben ein Gebäude aufgeführt, dessen Grundform] 
die primitive Gestalt eines Grabhügels (Stupa) Zeiglß Nach Seiner Bestim- 
nuing nannte man  auch wohl Dagop, d_ h_ das 
Korpeybergende. Die Stupa s sind in halbkugelförmiger Ausbauehung aus 
Steinen errichtet und "nlerscheiflell Sich oft kaum von der Gestalt eines 
natürlichen Hügels. Doch erheben sie sich auf terrassenartigem in späte- 
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m1" 4913 blsll Cllenwhoch omlmlgefllbrtem Unterbau, manchmal mit einem 
Kreise schlanker Säulen umgeben. Stufen führen in der Regel auf die Hölle 
(168 Untflfballes, und lfeßolldelß Portalanlagen sind damit zuweilen verbun- 
den- Die Bekrönllng dIQSCS Bauwerkes, dessen Dimensionen nianchnral sehr 
bedeutend sind, bildet ein weites Schirmdaeh, ein Symbol des Feigenibaumes, 
unter welchem. Buddha Seinen Meditationen naichhing. In ähnlielwl" YVClSQ 
wurde auch die Gestalt des Stupa selbst symbolisch als Andeutung der 
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Stupn 
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