Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1683104
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Fünftes Buch. 
Obermauerdes Schiffes durch einen von Pfeiler zu Pfeiler geschlagenen 
Blendbogen, der je zwei Arkadenbögen umfasst. Dieselbe Anordnung der 
Stützen zeigte der in neuerer Zeit abgetragene, aber in ausführlichen Auf- 
nahmen erhaltene Dom zu Goslarl). die glänzende Stiftung Kaiser Hein- 
 richs IIL, 1050 eingeweiht, später mit einer prächtigen Vorhalle versehen, 
Licbfraucnk. welche noch vorhanden ist. YVichtig als frühzeitige Pfeilerbasilika ist so- 
zßalbcrsmdbdann die benachbarte Liebfrauenkirche zu Halb erstadt (1 135-46 
erbaut), ausserdem durch ihre alten Wandmalereien und die merkwürdigen 
Sculpturen der Chorbrüstung, so wie durch ihre vier stattlichen Thürme 
(zwei westliche und zwei zur Seite des Chores) hervorragend. Als Beispiel 
einer in Sachsen nur ausnahmsweise vorkommenden reinen Säulenanlage 
K-Ziegszlllers- nennen wir die Klosterkirche zu H ame rsleb e n , 1 1 12 gestiftet, aber 
 wahrscheinlich erst um dieMitte des Jahrh. erbaut, durch stattlichen Chor- 
und Thurmbau, reiche Ornamentik und 
Fis- 219- selbständige Sculpturwerke ausgezeich- 
net. Der höchste Glanz und Adel roma- 
 ' Wg: nischer Decoration entfaltet sich end- 
lieh an der goldenen Pforte zu 
K-l-lüeibcrg- Fr eib er g im Erzgebirge , der letzten 
romanischen Bauepoche angehörend. 
Kirchen in i n "-1 Z  u x Von grosser Bedeutung sind meh- 
Hildesheim. Qhl!   I. rere Kirchen Hilde s h eim7 S2), das 
i.   I schon um das Jahr 1000 unter dem 
 n. m- Im." kunstgeübten Bischof" Bernward eine 
m "Ä ß lebendige künstlerische 'l'hätigkeit sah. 
s. Moritz. u,  ' I4 Die Kirche auf dem M or i tz b e r g e , 
u, I1 N wenn gleich modernisirt, ist eine wohl 
u, ' i noch aus demselben Jahrh. stammende 
m ' h Säulenbasilika. Nicht später scheint 
Dom." nll  auch der Dom zu sein (1061 gegrün- 
"l E i i  det), der im Inneren das System des 
n; F1 i {u mit zwei Säulen wechselnden Pfeilers 
 IÜ befolgt und am Aeusseren durch An- 
 ä   ! u. lage zweier ÄVestthürme und eines 
 j _,Y Thurmes auf der Kreuzung von statt- 
 i  X licher Wirkung erscheint. Das gross- 
 artigste Beispiel dieses Styles bietet 
l aber die von Bernward selbst gegrün- 
. i 7  dete und mit seinem ganzen Vermögen 
 "v" dotirte Benedictiner-Abteikirche S. M i- 
5" Imchael" c h a e l, eine der glänzendsten Schöpfun- 
 gen streng romanischer Baukunst. Im 
 J. 1001 gegründet, 1033 eingeweiht, 
S_ Michael zu Hildegheinh wurde sie 1162 durch Brand zerstört 
  undnach einem Neubau 1184 abermals 
geweiht. Sie folgt der Arkadenbildung des Doms. nur mit ungleich rei- 
1) H, W. Jllitlzoff Archiv für Niellers. Knustg. HI. Abth. Kunstw. in Goslar. F01. Hannover 1857. 
2) Die mittelalterlichen Baudenkmäler Nledersachsens , herausgegeben von dem Architekten- und 
lngenieur- Verein zu Hannover. gr. 4. Hannover 1856. 
        

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