Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1683083
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F ünfteä Buch. 
Pr0fan_Archi_ Die Prof an-Architektur ist in romanischer Zeit noch vorwiegend 
tektm" einfach. Der Ritter hatte bei Errichtung seiner Burg mehr die Sicherheit 
als die künstlerische Ausschmückung im Auge. Doch haben sich aus jener 
Epoche einzelne bedeutende Burganlagen erhalten, welche auch in dieser 
Hinsicht von stattlicher Wirkung sind. Corridore, die mit offenen Säulen- 
stellungen sich vor den Zimmerreihen hinziehen, gewähren den Blick in's 
Freie und verleihen dem Gebäude bei kräftiger Gesammtform den Reiz male- 
rischer Wirkung. Die Warthurgl), daS Schloss zu Münzenbergz) so 
wie die Kaiserpaläste in Goslar und Gelnhauseng) geben Bei- 
spiele solcher Bauten. In den Städten fing man an, die Rathhäuser 
und andere für öffentliche Zwecke errichtete Gebäude bedeutsamer anzu- 
legen und reicher auszustatten, imd selbst das bürgerliche Wohnhaus 
begann an den Vorzügen künstlerischer Ausschmückung Theil zu nehmen. 
Einzelne romanische Wohnhäuser haben sich in T ri er und K öln erhalten ; 
9 mehrere finden sich zu Clun y 4) in Frankreich, und einen seltenen Reich- 
thum frühmittelalterlicher Privatarchitektirr bewahrt Goslar. Die decora- 
tiven Elemente, so wie die gesammte Art der Gliederung entlehnte man dem 
kirchlichen Style , nur dass manche Motive eine durch die praktischen 
Bedingungen gebotene Umänderung erfuhren , wie denn z. B. die Fenster 
der Wohnhäuser meistens mit horizontalem Sturz gebildet wurden. 
Die äussere Verbreitung. 
  a. In Deutschland. 
Schwrierigkelt 
begfiinfät; Schon früh fand die regelmässige Ausbildung der flachgedeckten roma- 
5 nischen Basilika in Deutschland weite Verbreitung. Wenn man sich auch 
bei den Werken dieser Epoche besonders sorgfältig hüten muss, überlieferte 
Nachrichten von frühzeitigen Bauten auf die vorhandenen , meistens einem 
späteren Umbau zuzuschreibenden Denkmäler anzuwenden, so ist doch 
oft in einem jüngeren Baue ein Rest der älteren Anlage, namentlich der 
Thürme und der Umfassungsmauern  so wie der Krypta, erhalten worden, 
wie man denn im Mittelalter das Brauchbare vorhandener älterer Bautheile 
bei der Neugestaltung zu verwenden liebte. Hieraus entspringen die gros- 
sen Schwierigkeiten, welche sich für die Zeitbestimmungen besonders früh- 
- mittelalterlicher Bauten ergeben. In Deutschland knüpfen sich die ersten 
in selbständigem Geiste ausgeführten künstlerischen Unternehmungen an 
die glanzvolle Regierungszeit der sächsischen Kaiser. WVir haben ihre YVerke 
 daher zunächst in den  
Sächsische Sächsischen Ländern 
Baum" aufzusuchen  Hier tritt zu Anfang des 11. Jahrh. die flachgedeckte Ba- 
silika bereits mit ihren wesentlichen Merkmalen auf. Sie hat das QußrSChiiT, 
i) L. Puttrgiclt: Denkmale der Baukunst des Mittelalters in Sachsen. Abth. I, Bd. 11. Mittelalter- 
liche Bauwerke 1m Grosshermglhllm S. Weimar-Eisenach. Leipzig 1847. 
2) E. Gladbrmh: Denkm. der deutsclußaukunst, begonnen von Gälfoller. Bd. III. F01. Darmstadt. 
3) E. Gladbach a. a. O. 
4) A. Vnrzlier et F. Cattuif : Arnhitectnre civile et domestique. 4. Paiis. 
, 5) Hauptwerk das oben citlite von L. Puttriclz, Leipzig 1835-52, sammt seinem Anhang: Syste- 
matische Darstellung dm" Entwicklung de)" Baukunst in" den obersächsischen Ländern vom 10. bis 15. 
Jahrh.  F. Kuglcr und E. F. {Itanke : Die Schlosskirche zu Quedlinburg und die verwandten Kirchen 
dcr Umgegend. Berlin 1338. iV'EL18l' Abdruck in Kugleüs Kleinen Schriften und Studien zur Kunst- 
geschichte. Bd. I. Stuttgart läoä-
        

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