Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682843
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Fünftes Buch. 
Entstehung 
des Gewölbe- 
baues. 
Halbsäulen (vgl. Fig. 184) , wvenn man nicht bei Umänderung einer 
schon bestehenden Anlage sich mit Kragsteinen begnügte. Diesen Stützen 
entsprechend, liess man in der Umfassungsmauer ähnliche Vorlagen heraus- 
 H" 184   treten, welche mit den gegen- 
W-Nf   I, 7m, überstehenden Punkten durch, 
QAV W  ziemlich breite, aus regelmässi- 
IHM: t     gen Werkstücken errichtete 
      Halbkreisbögen, Quergurten, 
 verbunden wurden, S0 erhielt. 
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 denpfeiler entsprechend, eine 
xd Reihe von quadratischen Feldern, 
1.!  lz  welche mit Kreuzgewölben be- 
   t; Vf- I;  decktwurden. Eine bedeutendere 
  f"  [gar   Anwendung von dieser. Wöl- 
lly"   _   bungsart machte man aber bald 
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lrkg 1'267; l! . an den quadratischen Räumen 
 g.   des Chors und Querschiffes, in- 
 i. y fjfi; [I'M-a  w  ' dem man die Mauern verstärkte, 
  Ä    W die Pfeiler kräftiger empor-führte 
 II    .1; und in die bereits vorhandenen 
Pfeiler mit Halbsäule aus der Kirche zu Lnach.  
manische Kirchen mit gewölbten "Seitenschiffen. Chor und Querarmen, bei 
horizontal gedecktem Mittelschiif.   
 Indess konnte man bei dieser Zwischenstufe nicht lange stehenbleiben. 
Sowohl das unbestimmte ästhetische Gefühl, als besonders auch die Noth- 
wendigkeit, vor den häufigen verheerenden Bränden, welche durch d" 
Balkendecken herbeigeführt und durch das Herabstürzen derselben am? 
für die unteren Theile verderblich wurden, die Kirchen sicher zu stellen, 
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Iurche zu Hecklingen. 
führte alSbald zur CQIISequenten Ueherwölhung sämmtlicher Räume. Man 
hat vielfach gestritten,- welchem Lande die Priorität dieser wichtigsten 
Neuerung zuzuschreiben sei, und sich bald für die Bauten der Normandie, 
bald für die mittelrheinischen, bald für die lembardischeni entschieden. Es 
scheint hiermit aber wie mit manchen geistigen Errungenschaften und Er- 
findungen zu gehen, dass nämlich das gemeinsame Gefühl und dieselbe
        

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