Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682661
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Fünftes Buch. 
handlung der Gliederungen angemessen sei. Es werden demnach die Profile 
nicht allein voll und stark gebildet, sondern die Glieder auch gehäuft, und 
namentlich für die Basis noch Untersätze aus hohem Abacus und schräger 
Schmiege beliebt. Die Kämpfergesimse der Pfeiler und die übrigen Gesims- 
bänder haben bei sehr 
Fig- 160- einfachen Bauten oft nur 
"T11 la- (JJB  eine Platte sammt einer 
  "Schrniege (Fig. 160 b); 
 gewöhnlich jedoch beste- 
; hen sie aus der umge- 
  i  kehrten attischen Basis 
a, L , p 1; d, (Fig. 160 c) oder auch aus 
Petersberg. Qncrfurt. Paulinzellc. Gernrmlc. anderen Verbindungen; 
Kämvfvrgßsimse- wie deren unter a und tl 
in nebenstehender Figur 
die am häufigsten vorkommenden dargestellt sind.  
asis. Aber auch in ganz neuen Formhildungen wusste die Zeit ihren eigenen 
Gestaltungstrieb auszusprechen. Dies betraf zunächst die Umänderung der 
attischen Basis. Wo man dieselbe an Sockeln oder Pfeilern anwandte, 
liess man die einfache Formation bestehen, nur dass eine etwas stumpfe, 
hohe Behandlung der Frühzeit, eine volle, elastisch geschwungene der 
Blüthenepoche, eine flache, tief ausgekehlte und selbst unterhöhlte der 
Spätzeit anzugehören pflegt. Aber als Säulenfuss erhielt die attische Basis 
 wie es scheint um's J. 1100  einen eigenthümlichen Zuwachs. Wo 
nämlich auf den vier Ecken der Platte der aufruhende Pfühl, seiner runden 
Grundform entsprechend, zurückwich, eine dreieckige Fläche frei lassend, 
da legt sich über den Pfühl ein wie ein Blatt, wie ein Knollen oder Klötz- 
chen gestaltetes kleines Glied, die leere Fläche der Platte ausfüllend und 
  Figylöl. 
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III: neu in!    
also in lebendiger YVeise eine Verbindung und einen allmählichen Uebergang 
von der runden Form zur eckigen bereitend. Dieses Eckblatt, ßvelches 
ein untersßheidendes Merkmal romanischer Bauwerke ausmacht, wurde in 
verschiedenartiger Weise gebildet. Bald gestaltet es sich wie ein Knollen, 
eine starke Vogßlzehß, ein Klötzchen , wie bei Fig. 161, wo zugleich der 
Unterschied der Pfeiler- und der Säulenbasis sichtbar wird, bald ist es als 
Pflanzenblatt (vgl. Fig. 162) oder auch als Thier, Löwe, Vögel, und selbst 
als Menschenkopf oder kleinere menschliche Figur, charakterisirt; manchmal 
auch umfasst es in hülsenförmiger Gestalt einen Theil des runden Pfühles.
        

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